Ines Wallrodt 13.10.2008 /

»Der Staat macht mir Angst«

Größte Demonstration gegen »Überwachungswahn« seit 20 Jahren

Zehntausende haben am Sonnabend in Berlin für mehr Datenschutz demonstriert. Die hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass die Sensibilität für den Schutz der Privatsphäre zugenommen hat.

Das weißhaarige Ehepaar aus Berlin-Hohenschönhausen ist sicher eine große Ausnahme auf der Demonstration gegen Überwachung. Es hat keinen Computer zu Hause. Die beiden Rentner können wahrscheinlich nicht erklären, was genau ein Trojaner ist oder wie eine Firewall funktioniert. Aber sie haben eines verstanden: »Überwachung betrifft uns alle«, wie der Mann sagt. Seine Frau bringt es auf den Punkt: »Es geht um einen Staat, in dem sich die Menschen frei bewegen können.« Ihre Altersgenossen und selbst die Generation ihrer Kinder haben das entweder noch nicht begriffen oder es treibt sie noch nicht auf die Straße. Denn wer am Sonnabend in der Hauptstadt gegen das Ausspähen und die Kontrolle der Bürger protestiert, ist in der Regel nicht älter als 35 Jahre alt. Anders, als es die oft gehörte Klage über das mangelnde Datenschutzbewusstsein der Jugendlichen erwarten ließe, sind von der Generation Internet viele gekommen. Insgesamt sind es mehrere Zehntausend, die bei strahlendem Sonnenschein vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor ziehen. Damit ist die Demonstration nicht nur die größte für den Schutz der Privatsphäre seit 20 Jahren, sondern spielt auch langsam in der Liga der großen Antikriegs- oder Sozialabbaudemos der letzten zehn Jahre mit.

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