Der ewige Immigrant

Im Hebbel am Ufer inszeniert Neco Celik ein Stück über die »Invasion!« von Immigranten

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Der Showmaster vor martialischer Kulisse

Als sich ein Plakat mit dem Aufruf »Fremde, lasst uns nicht allein mit den Europäern« ausrollt und dicht am Publikum im HAU 3 ein Paar in historischen Kostümen einen gespreizten Dialog spielt, weiß man sich im Theater auf dem Theater. Heimtückisch umreißt Autor Jonas Hassen Khemiri bereits hier einen der Konflikte des Abends. Als der Moslem Abulkasem nach langer Fahrt heimkehrt, betet seine sardinische Braut zu Maria.

Zwei junge Migranten reißen schließlich aufmüpfig das erwähnte Plakat fort, schlagen die Schauspieler in die Flucht – den ersten Theaterbesuch empfanden sie als mittelschwere Katastrophe, morgen soll mit dem Lehrer die Auswertung ihres Verhaltens folgen. Doch irgendwie hat sie dieser Abulkasem beeindruckt. Der Name des fiktiven arabischen Helden geht in ihren Sprachschatz ein, ändert seine Bedeutung, steht für alles und nichts, jeden und keinen.

Mehrdeutig ist auch der Titel dieser 80-minütigen Aufarbeitung des Immi...


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