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Auch im Alter abgesichert: Welche Versicherungen brauchen eigentlich Senioren?

Assekuranz

Wer in Rente geht, ist gut beraten, einen Kassensturz zu machen. Dazu zählt auch, die Versicherungen durchzusehen. Manche fallen weg – wie die Berufsunfähigkeits- oder Krankentagegeldpolice. Lebens- oder private Rentenversicherungen werden ausgezahlt. Andere Versicherungen bleiben aber weiter notwendig.

Obligatorisch ist die Kfz-Haftpflicht, so lange man als Rentner noch Auto fährt. Ansonsten ist auch für Senioren die Privathaftpflichtversicherung die wichtigste Police. Die schützt vor hohen Schadenersatzforderungen, wenn man versehentlich jemanden verletzt oder dessen Eigentum beschädigt hat. Es gibt inzwischen spezielle Senioren-Policen, die preisgünstiger sind als die normalen Verträge.

Hausbesitzer brauchen eine Wohngebäudeversicherung. Damit ist das Haus gegen Verluste durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel versichert. Als Ergänzung zum Standardvertrag ist eine Versicherung gegen Elementarschäden sinnvoll. Hier sind dann unter anderem auch Wassereinbrüche von außen versichert. Bei reparablen Schäden wird die Instandsetzung, bei einem Totalschaden wird der Abriss des Gebäudes sowie ein neues Haus zu den heute üblichen Preisen von der Versicherung bezahlt. Aber nicht überall wird eine solche Versicherung angeboten. In sogenannten Risikogebieten zum Beispiel gibt es sie so gut wie gar nicht mehr.

Wer sein Haus vermietet, sollte unbedingt eine Haftpflicht für Haus- und Grundbesitzer abschließen. Die Privathaftpflicht gilt nur für selbst genutztes Wohneigentum.

Im Laufe des Lebens hat man sich seine Wohnung meist komplett eingerichtet. Deshalb sollte man als Senior auch die Hausratversicherung weiterführen. Mit dieser Police ist das bewegliche Inventar gegen Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Brand- und Sturmschäden versichert.

Wer im Parterre wohnt oder wertvolle Dinge, wie etwa Möbel, im Keller aufbewahrt, kann seine Hausratversicherung um das Risiko der Elementarschäden erweitern. Hiermit bekommt man Schadenersatz, wenn bei einem Starkregen Wasser in die Wohnung oder den Keller eindringt.

Von Unfällen sind vor allem Senioren betroffen und das besonders im häuslichen Umfeld. Von der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es in der Regel keine Hilfe. Aus diesem Grund ist es überlegenswert, die private Unfallversicherung weiter zu führen. Das muss nicht der alte Vertrag sein – alternativ gibt es seit wenigen Jahren spezielle Senioren-Verträge. Hier sind Hilfsleistungen, wie Wäsche- oder Menüservice bis hin zur Betreuung von Haustieren, enthalten. Gedacht ist das vor allem für Alleinstehende, die sich nach einem Unfall nur schwer selbst versorgen können. Aber Experten raten meist von einer solchen Versicherung ab, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis selten stimmt.

Wer den Ruhestand auch auf Reisen ins Ausland genießen will, kommt um eine Auslandsreise-Krankenversicherung nicht herum. Die übernimmt auch jene Kosten, die die gesetzliche Kasse nicht zahlt. Dazu zählt ein medizinisch notwendiger Rücktransport in die Heimat beziehungsweise auch die Überführung im Todesfall.

Und da wir gerade bei dem Thema sind, noch einige Bemerkungen zur Sterbegeldversicherung. Manche Versicherer spielen ein übles Spiel mit alten Menschen. Sie suggerieren ihnen, Sterbegeldversicherungen lohnten sich. Die Wahrheit sieht meistens anders aus.

Keiner spricht gern über ihn, doch er geht an niemanden vorbei. Auch wenn der Schmerz nach einem Trauerfall zu lähmen scheint, sind organisatorische Entscheidungen fällig. Hinzu kommt die finanzielle Belastung. Wer das seinen Hinterbliebenen nicht aufbürden möchte, sollte rechtzeitig vorsorgen.

Eine Bestattung kostet rund 5000 Euro. Seit es kein »Sterbegeld« mehr von den gesetzlichen Krankenkassen gibt, müssen die Menschen selber in die Tasche greifen. Versicherer haben eine scheinbare Lösung entwickelt: Sterbegeldversicherungen. Was taugen die?

In eine Sterbegeldversicherung wird einmalig oder regelmäßig für beispielsweise 25 Jahre einbezahlt. Verstirbt der Versicherte, wird die Versicherungssumme fällig. Manche Anbieter gewähren lebenslangen Versicherungsschutz. Das bedeutet, dass das Geld stets an die Hinterbliebenen geht. Endet der Vertrag mit dem 100. Geburtstag, zahlt das Unternehmen direkt an den Kunden.

Die Gesellschaften werben damit, Interessenten bis zum 85. Lebensjahr und unabhängig vom Gesundheitszustand aufnehmen zu wollen. Doch in der ersten Zeit können die Leute keineswegs mit der Versicherungssumme rechnen: Bei einigen Unternehmen gibt es die erst nach drei Jahren. Vorher werden allenfalls die Beiträge ohne Verzinsung wieder ausgezahlt.

Häufig zahlen Verbraucher bei langer Laufzeit mehr in die Sterbegeldversicherung ein, als sie oder ihre Hinterbliebenen später rausbekommen, so der Bund der Versicherten. Zudem ist die Verzinsung nur dürftig. Deshalb kann es sich eher lohnen, Monat für Monat einen festen Betrag zweckgebunden bei der Bank zu investieren.

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