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Die Würde im Alter

Parteiübergreifende Debatte über Rente in Deutschland

  • Von Klaus-Detlef Haas
  • Lesedauer: 2 Min.

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Es war ein philosophischer Abend. Ein sozialphilosophischer – in politischer Atmosphäre.

Eine anspruchsvolle Diskussion über »Würde im Alter. Nein zur Rente mit 67« vereinte dieser Tage in Braunschweig Politiker, Parteigrenzen überschreitend. Die Linksfraktionen in Bundestag und Niedersachsen sowie die Rosa-Luxemburg-Stiftung hatten »Substanz, Pluralität und Prominenz« auf die Bühne gebracht: LINKE-Parteivorsitzender Oskar Lafontaine, Ottmar Schreiner, Bundesvorsitzender der SPD-Arbeitnehmer, Norbert Blüm, ehemaliger CDU-Arbeitsminister, sowie Albrecht Müller, Ex-Planungschef im Kanzleramt unter Helmut Schmidt und heute Herausgeber der www.NachDenkSeiten.de.

Die Redner betonten, auf der Seite ihrer Partei bleiben zu wollen, boten Diverses zum Denken und Nachdenken und zeigten Einheit in der Ablehnung der sozial unwürdigen Rente mit 67. Moderiert von Diether Dehm, dem LINKE-Landesvorsitzenden an der Leine, reihten sich an diesem Abend Argument an Aperçu, Fakt an Feingeistiges und Kantiges an Komisches.

Lafontaine verwies auf Diskrepanzen, wonach wer in Deutschland im Monat 1000 Euro€ verdiene, später 400 Euro Rente bekomme, im OECD-Schnitt hingegen 730€, in Dänemark gar 1200 Euro€ ausgezahlt würden. Dies hänge mit einer anderswo anderen Auffassung der Würde des Menschen zusammen.

Blüm grüßte »Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen, Genosse bin ich nicht«. Er wolle aber die gesetzliche Rentenversicherung »zu Wasser, zu Lande und in der Luft« verteidigen. Der Weg der Privatversicherungen sei mit Todesanzeigen falscher Versprechungen gepflastert. Die Riester-Rente steige langsamer als die gesetzliche, die Schwachen könnten sich keine Zusatzzahlungen leisten, es sinke das Rentenniveau. »Das ist Solidarität für Geisterfahrer«, so der ehemalige Minister für Sozialordnung, der sich zu Recht etwas auf den Namen seines damaligen Ministeriums zugute hält, so auch der Eindruck im Saal.

Den Gedanken der Sozialordnung von Blüm, seinem Kollegen im gemeinsamen Kabarett-Abend, drückte auch Peter Sodann, Kandidat der LINKEN für die Bundespräsidentenwahl, aus, als er berichtete, dem aktuellen Amtsinhaber den Satz ans Herz gelegt zu haben: Das Land gehört niemandem, die Früchte allen. Das entspreche auch dem Vorhaben von Adenauer und Schumacher, gefordert vor über 60 Jahren, das kapitalistische Eigentum durch gesellschaftliches zu ersetzen.

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