Gratwanderung am 17. Breitengrad

»Prinzen«-Sänger Sebastian Krumbiegel wollte wissen, wofür Förder- und Spendengelder in Vietnam verwendet werden

  • Von Heike Baldauf
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Millionen Steuer- und Spendengelder fließen über einen Berliner Verein nach Vietnam. Sebastian Krumbiegel, Frontsänger der »Prinzen«, wollte wissen, wo genau die finanzielle Hilfe ankommt. Eine Reise in ein vermintes Land.

Sebastian Krumbiegel spielt mit Kindern des Dorfes Tan Dinh in der Gemeinde Ai Tu.

Nicht rauchen, niemals rückwärts gehen, beim Fotografieren keinen Blitz verwenden! Und vor allem: Niemals die vorgeschriebenen Wege verlassen! Sebastian Krumbiegel tippt diese Warnungen in seinen Laptop. Der Frontmann der Leipziger Popgruppe »Die Prinzen« schreibt Tagebuch. Und er kämpft. Mit einer immer wieder abstürzenden Internet-Verbindung. Mit Bauchgrimmen vom scharfen Essen. Mit ungewohnt hoher Luftfeuchtigkeit. Mit erdrückenden Eindrücken. Ganz in seiner Nähe verloren drei Kinder ihr Leben durch Streumunition. Hier. Jetzt. Und nicht in einem gerade gesehenen Film.

Krumbiegel ist am 17. Breitengrad – in Vietnam. Die Warnungen der Gastgeber noch im Ohr, bewegt er sich unsicher auf unbekanntem Terrain. Der Sänger besucht die Provinz Quang Tri. Hier verlief einst die Trennungslinie zwischen Nord- und Südvietnam. Der schmale Landstrich ist begrenzt vom Südchinesischen Meer, das in Vie-tnam Ostsee heißt, und dem Truong-Son-Gebir...


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