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Comeback für acht Minuten

Unheilbar kranker Robert Müller zurück ins Tor

  • Von Thomas Lipinski
  • Lesedauer: 2 Min.

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Als Robert Müller 90 Tage nach seiner zweiten Kopfoperation ins Tor zurückkehrte, bekamen selbst gestandene Eishockeyprofis feuchte Augen. »Mir sind die Tränen in die Augen geschossen«, sagte Nationalspieler Andreas Renz nach dem überraschenden Comeback des unheilbar kranken Torhüters.

Vielen seiner Kollegen auf der Bank der Kölner Haie und den 13 341 Zuschauern ging es ähnlich. Niemanden hielt es auf mehr dem Sitz, tosender Applaus brandete auf. Tränen flossen, als der 28-Jährige seine Maske aufsetzte und beim 5:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers acht Minuten vor Schluss aufs Eis lief.

Mit der schnellen Rückkehr hatte Müller (Foto: dpa), der am Freitag beim 2: 3 in Duisburg erstmals seit der zweiten Hirn-OP im August wieder auf der Bank gesessen hatte, selbst nicht gerechnet. »Ich war völlig perplex«, sagte der Nationaltorwart, dessen Arzt vor einer Woche das ganze Ausmaß der Erkrankung öffentlich gemacht hatte.

Für Müller, der einen immer wieder nachwachsenden Tumor vierten Grades im Kopf hat, war es ein Schritt »zurück in die Normalität. Wenn ich Eishockey spielen kann, ist das für mich das Größte«, sagte der Vater eines einjährigen Sohnes und einer vierjährigen Tochter. Es habe Riesenspaß gemacht, nur eines habe gefehlt: »Meine Kinder waren leider nicht dabei, weil der Kleine krank ist.«

Der Kölner Trainer Clayton Beddoes sprach von »einer Bauch-Entscheidung«, den um sein letztes Comeback kämpfenden Müller für den Stamm-Goalie Frank Doyle einzuwechseln. »Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen und hatte diese Möglichkeit schon im Kopf«, sagte der kanadische Coach, der Müller den ersten Einsatz seit dem 1:10 mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM im Frühjahr 2008 in Halifax gegen Kanada ermöglichte.

»Robert braucht diese Einsätze«, sagte Beddoes. »Er ist noch nicht bereit für ein volles Spiel. Wir werden keinen Druck auf ihn ausüben.« Müller, der nach seiner Einwechslung keinen einzigen Schuss aufs Tor bekam, sieht das auch so: »Ich bin noch weit davon weg, ein ganzes Spiel durchzuspielen.« Im rheinischen Derby am Donnerstag gegen die Düsseldorfer EG wird wieder Kölns Stammkeeper Doyle im Tor stehen. sid

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