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Bürgerrechtler in China festgenommen

Vorwurf der Untergrabung der Staatsgewalt

Peking (dpa/ND). Einer der wichtigsten Köpfe der chinesischen Opposition, der Autor Liu Xiaobo, ist wegen Untergrabung der Staatsgewalt inhaftiert worden. Die Festnahme des Vorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller ausgerechnet vor dem 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen am Mittwoch stieß international auf scharfe Kritik.

Hintergrund ist offenbar ein »Charta 2008« genannter Appell für Demokratie und Freiheit in China, den Liu und 300 andere Bürgerrechtler zum Jahrestag veröffentlicht hatten. Der Appell sieht sich in der Tradition der »Charta 77« vom Januar 1977 in der CSSR.

Zwei Tage nach seinem Verschwinden am Montagabend bestätigte ein befreundeter Anwalt gegenüber dpa in Peking die Festnahme des 52-jährigen Liu, der seit zwei Jahrzehnten zu den profiliertesten Kritikern der Pekinger Führung zählt. Die Umstände der Inhaftierung, die Durchsuchung seiner Wohnung und die Beschlagnahme seiner Computer deuten darauf hin, dass der frühere Philosophiedozent und Literaturkritiker möglicherweise vor Gericht gestellt werden soll.

Die Polizei habe ein Dokument mit dem Vorwurf der Untergrabung der Staatsgewalt vorgelegt, berichtete die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe Human Rights in China. Seit Anfang des Monats seien schon mehrere chinesische Dissidenten festgenommen worden, berichtete die Organisation Reporter ohne Grenzen.

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