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Kriegsflotte keine Lösung gegen Piraten

Kenianischer Experte warnt EU-Staaten

Nairobi (dpa/ND). Das Problem der Piraterie vor Somalias Küste lässt sich nach Auffassung des kenianischen Schifffahrtsexperten Andrew Mwangura langfristig nicht militärisch lösen. »Kriegsschiffe sind nur eine kurzfristige Lösung«, sagte der Leiter des ostafrikanischen Seeleute-Programms am Mittwoch in Nairobi. Vielmehr müsse an den Ursachen angesetzt werden. Dazu gehörten neben Armut, politischer Instabilität und Unsicherheit in Somalia das Problem des illegalen Fischfangs und des Versenkens von Giftmüll vor der Küste.

Mwangura will am Donnerstag bei einer UN-Konferenz zur Bekämpfung der Piraterie Regierungsvertreter aus 40 Staaten beraten. Das Seeleute-Programm bietet unter anderem Unterstützung für die Besatzungen gekaperter Schiffe an. Deshalb steht es regelmäßig in Kontakt zu Schiffen, die sich vor Somalias Küste in der Gewalt von Seeräubern befinden.

Die Mitarbeiter des Seeleute-Programms schätzen, dass die mit modernster Technologie ausgerüsteten Piraten Schiffe bis zu einer Entfernung von 200 Kilometern aufspüren und überprüfen. »Wenn sie die Registriernummer des Schiffes haben, können sie feststellen, wer der Eigentümer ist und ob er reich oder arm ist, was das Schiff geladen hat und woher die Besatzung stammt«, so Mwangura.

Aus Angst vor Piratenüberfällen wurden am Mittwoch die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs »MS Columbus« in Jemen von Bord gebracht. Derzeit haben Piraten mehr als ein dutzend Schiffe und rund 300 Seeleute in ihrer Gewalt, darunter der mit mehr als 30 Kampfpanzern beladene ukrainische Frachter »Faina«. Die Mannschaft des im September gekaperten Schiffs habe versucht, die Piraten zu überwältigen, berichtete Mwangura. Die Meuterei sei niedergeschlagen worden, über Verletzte habe er keine Informationen.

Dagegen haben Seeräuber laut Angaben des philippinischen Außenministeriums 17 philippinische Seeleute nach mehr als zwei Monaten Gefangenschaft nach Zahlung von Lösegeld freigelassen.

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