Zu Hause in einem fremden Land

Bei irakischen Flüchtlingen im syrischen Damaskus: Kaum einer will in die Heimat zurückkehren

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Syriens Regierung beziffert die Zahl der irakischen Flüchtlinge in ihrem Land auf 1,2 Millionen. Hilfsorganisationen schätzen sie jedoch auf mindestens 1,5 Millionen. Und 90 Prozent davon wollen nicht zurück nach Irak.

»Treffpunkt der Iraker« in Jaramana bei Damaskus.

Es regnet. Die »Straße der Iraker« im Damaszener Stadtviertel Saida Zainab verwandelt sich in eine Schlammpiste. Im Reisebüro der Al-Basil-Busgesellschaft sitzen einige Männer in tiefen Sesseln und lauschen Koranversen aus dem Fernsehen. Perlenketten gleiten unaufhörlich durch ihre Finger. Einige beten stumm vor sich hin, andere vertreiben sich auf diese Weise lediglich die Zeit.

Das Traumziel vieler heißt Europa

Unter den Wartenden ist Haydar Abdulrahim Yassin, ein etwa 50-Jähriger, der mit dem Bus nach Bagdad will. Yassin lebt seit 1991 in Schweden, erzählt er. Er desertierte im Kuwaitkrieg, doch nun werde es Zeit, seine Familie in Samawa wiederzusehen. »Sie haben gesagt, es ist sicher, also fahre ich. Erst nach Bagdad, dann nach Hilla, Diwaniya und Samawa.« Wie lange er bleiben wird, wisse er noch nicht, »vielleicht vier, fünf Tage, mal sehen, wie es ist.«

Obwohl Yassin als Orthopädietechniker in seiner Heimat wohl zu tun hätte, wil...

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