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Die Linkspartei nach den Vorwahlen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Man stelle sich das einmal vor: Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) gibt sein Amt nach der Landtagswahl 2009 planmäßig ab, doch nicht an einen Parteifreund, sondern notgedrungen ausgerechnet an einen Sozialisten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es dazu kommt, wenngleich einzukalkulieren wäre, dass die SPD in einer möglichen rot-roten Koalition das Innenressort für sich reklamiert.

Doch bis dahin ist noch viel Zeit. Zunächst nominiert die Linkspartei am Wochenende in Blossin ihre Landesliste für die Landtagswahl. Für vordere Listenplätze sind gleich mehrere Genossen vorgeschlagen, die als Kopf verschiedener Ministerien denkbar wären – allen voran Landtagsfraktionschefin Kerstin Kaiser, die als Spitzenkandidatin vorgesehen ist.

Für Spannung sorgt der eingeschlagene Weg, den Kreisverbänden und der Linksjugend solid über Vorwahlen und ein auf den ersten Blick kompliziertes Nominierungsverfahren eine Mitsprache bei der Vergabe der vorderen Listenplätze einzuräumen. Die Delegierten bleiben aber Herr des Verfahrens und jeder dürfe sich um jeden Listenplatz bewerben, versicherte der Landesvorsitzende Thomas Nord gestern noch einmal. Einziges echtes Ausschlusskriterium ist die Quote, die sichern soll, dass alle ungeraden Plätze an Frauen gehen.

Hier und da hört man aus Parteikreisen die Erwartung, es werde sich schon noch jemand melden, um die Idee der Vorwahlen zu torpedieren. Bisher erklärte jedoch kein Parteimitglied öffentlich, dass er entgegen der Absprachen antreten will. Lediglich der parteilose Bernauer Amtsrichter Andreas Müller äußerte, er überlege sich das noch. Der Mann, der 2002 PDS-Bundestagskandidat war, will sich eventuell um einen Platz zwischen 13 und 20 bemühen, um einen Platz also, der eigentlich für die Vorausgewählten reserviert ist.

Eine frühere Mitgliedschaft in der Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG) zählte nicht als Kriterium für die Vorauswahl. Die WASG gebe es nicht mehr und man sei sich einig, dass es allein darum gehe, die geeigneten Leute aufzustellen, erklärte Königs Wusterhausens Bürgermeister Stefan Ludwig, der für Platz 2 vorgeschlagen ist. Der ehemalige WASG-Landeschef Steffen Hultsch bewerbe sich nur um einen hinteren Listenplatz, hieß es. Für einen vorderen Platz ist Carolin Steinmetzer-Mann vorgeschlagen. Die Landtagsabgeordnete war in der Phase der Parteifusion Doppelmitglied. Auf der Liste sollen insgesamt 50 Namen stehen. Bislang meldeten sich 46 Bewerber.

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