Rumänische Ränkespiele

Personaltaustausch schon vor der Bestätigung der großen Koalition

  • Von Anton Latzo
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Ganz Rumänien war überrascht über den Rückzieher Theodor Stolojans. Der 65-jährige Finanzfachmann verzichtete am Montag – nur Stunden nach Unterzeichnung eines Koalitionsvertrags zwischen seinen Liberaldemokraten (PDL) und den »postkommunistischen« Sozialdemokraten (PSD) – auf den Posten des Regierungschefs.

Es war schon der zweite unerwartete Rückzieher, den Theodor Stolojan vollführte. Im Jahre 2004, mitten im Wahlkampf um das Amt des Staatspräsidenten, hatte er auf seine Kandidatur verzichtet – zu Gunsten des späteren Wahlsiegers Traian Basescu. Damals hatte Stolojan den Verzicht – wenig glaubhaft – mit gesundheitlichen Problemen erklärt. Diesmal begründete er seinen Rückzug damit, dass die Partei »der Generation junger Politiker« eine Chance geben müsse. Eigenartig, aber eben dies hatte Staatspräsident Basescu, der sich von Amts wegen eigentlich aus Parteiangelegenheiten heraushalten müsste, von der Führung der rechtsliberalen PDL mitten in den Verhandlungen über die Regierungsbildung gefordert. Dabei hatte er selbst Stolojan zum Regierungschef berufen.

Der bisherige Ministerpräsident Calin Popescu Tariceanu, dessen Nationalliberale Partei (PNL) in die Opposition gedrängt wurde, wies allerdings darauf hin, dass Stoloja...


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