DNA-Proben von Schülern

Erfurt: Empörung über Ermittlungsmethoden der Polizei

  • Von Anke Engelmann, Erfurt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Im Dezember gab es wieder eine Amok-Drohung an einer Erfurter Schule. Nach dem Massaker am Gutenberg-Gymnasium nimmt die Polizei solche Ankündigungen besonders ernst. Um die Gefahr abzuwehren, ist ihr jedes Mittel recht – auch Verstöße gegen den Datenschutz?

Im Zuge der Ermittlungen an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Erfurt, wo Ende vergangenen Jahres per E-Mail ein Amoklauf angedroht worden war, hat die Polizei auch DNA-Proben von minderjährigen Schülern erhoben. Entsprechende Informationen, wonach 17-Jährige ohne Einverständnis der Eltern Speichelproben abgaben, bestätigte gestern Polizeisprecher Manfred Etzel auf Nachfrage gegenüber ND. Die freiwillig abgegebenen Proben, aus denen keine DNA ausgelesen worden sei, seien inzwischen vernichtet und keine Daten gespeichert, versicherte Etzel. Ein entsprechendes Schreiben sei an die betroffenen Schüler gegangen. Wie viele 17-Jährige Proben abgegeben hatten, wollte er nicht sagen.

An der IGS, an der knapp 800 Schüler lernen, war jeweils am 25. November und 2. Dezember eine E-Mail eingetroffen, die einen Amoklauf androhte. Darin wurde eine brutale Gewalttat angekündigt, von »Rache und Vergeltung« war die Rede. In Erfurt, wo im April 2002 am ...


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