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Selbstverdrehende Nano-Strippen

Die einstigen Verheißungen der Nanotechnologen, dass sich winzigste Maschinchen quasi durch Selbstorganisation herstellen würden, sind bislang nicht eingetroffen. Doch auf dem Weg dahin gibt es hin und wieder kleine Schritte. So, als es vor zwei Jahren einem Team um Peter Fratzl vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und Joanna Aizenberg von den Bell Laboratories des Alcatel-Lucent-Konzerns gelang, einen Hybridwerkstoff zu entwickeln, dessen feine Stäbchen sich aufrichteten, sobald sie nass wurden. In dieser Woche nun stellte im Fachjournal »Science« (Bd. 323, S. 237) eine andere Forschergruppe um Joanna Aizenberg ein System vor, bei dem sich haarfeine Polymerfasern beim Verdampfen der Lösung, in der sie schwimmen, von allein spiralförmig umeinander wickeln.

Von derartigen sogenannten helikalen Strukturen nahm man bisher an, sie würden nur entstehen, wenn es bereits entsprechend verdrehte Ausgangsstrukturen gibt.

Was erst mal nach einer dekorativen Spielerei aussieht, davon erhoffen sich die Forscher durchaus praktischen Nutzen. So könnte der Mechanismus genutzt werden, um eine winzige Medikamentenkapsel zu packen und durch den Blutstrom zu bringen oder um die Strömung von Reagenzien in Labors auf einem Mikrochip zu steuern.

Bei den Laboruntersuchungen wurde ähnliches bereits getestet: Befand sich ein kugelförmiges Objekt in der Lösung, so wickelten sich die Fasern um dieses. Geringfügige Änderungen im Milieu, etwa ein geringerer pH-Wert, können den festen Griff der verdrehten Fasern wieder lockern.

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