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... Zukunft

Sloterdijk und die ...

Peter Sloterdijk gehört zu den erzählenden, fantasievoll fabulierenden Philosophen fern jeder fest gestanzten Weltanschauungs-Festung. Er denkt vibrierend ungesichert, also lebensnah. In der »Süddeutschen Zeitung« sprach er jetzt über die Zukunft.

Er konstatiert eine »gefährliche Rechenart«, die wir erfanden: Profit stehe in keinem Verhältnis mehr zur Leistung, »Zahllose wollen aus einer Wirklichkeit aussteigen, in der man für vierzig Stunden Arbeit pro Woche kaum ein Durchschnittseinkommen erreicht, während man durch ein paar Stunden Magie in die Runde der Superreichen aufgenommen wird.«

Diese »wunderbare Ungleichung« zerstöre eine wichtige Wenn-dann-Logik: »Sie können Ihren Kindern nur noch schwer erklären, dass, wenn sie sich so und so verhalten, dies oder jenes folgt. Es folgt ja nichts, wenn alles geht.«

Vielleicht, so der Karlsruher Professor, gebe es als Rettung einen ethischen Kapitalismus: »Die zornigen Armen hatten zwei Jahrhunderte Zeit, um zu beweisen, ob sie imstande sind, die Welt zu verbessern. Am Anfang des 21. Jahrhunderts liegt der Gegenvorschlag in der Luft: Lasst mal die Reichen zeigen, wie sie es besser machen.« Die Reichen schuldeten der Welt den Nachweis, dass sie »mehr können als nur ein übergebührlich großes Stück vom Kuchen der Welt aufzufressen«.

Natur sei bislang das »Außen » gewesen, »in dem unser Handeln spurlos verschwand.« Vorbei. »Die Abfälle kehren zurück, der Wahnsinn verpufft nicht mehr« irgendwo. Nun zeige sich, dass die Natur ein Gedächtnis habe. Wir müssen uns mit einer »bedrohlich erinnerungsfähigen, rachelüsternen Natur zusammenraufen«. Auch hier: Reiche ran!, »sie hatten ja auch beim Externalisieren ihrer Handlungsfolgen die Nase vorn.«

Zukunft? Hoffnungszeit, durchaus. Bush ist weg. Wir haben »eine Dummheits-Periode ohnegleichen hinter uns«, am Schlimmsten war, »wie unsere europäischen ›Realisten‹ die ganze Zeit predigten, man müsse auch mit einem hässlichen, dummen Amerika gemeinsame Sache machen«. hds

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