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Umweltschutz mit Bodyguard

Hilfe für AKW-Gegnerin in Bulgarien

Umweltschutzorganisationen lassen sich oft Überraschendes für ihre Aktionen einfallen. Die Finanzierung von Personenschützern gehört aber bisher nicht zu ihrem Programm. Doch für die Bulgarin Albena Simeonova finanzieren deutsche Umweltschützer aus Deutschland den Bodyguard. Die 40jährige Aktivistin ist eine führende Figur im Kampf gegen den Bau eines AKW im erdbebengefährdeten südbulgarischen Belene und bekam 1996 einen internationalen Umweltpreis für ihre Aktivitäten. Wegen ihres Kampfes lebt sie allerdings gefährlich. In einem Interview beschreibt die Biobäuerin, wie sie wegen ihrer ökologischen Aktivitäten bedroht wurde. »Sie kamen bei mir vorbei, sagten, ich solle vorsichtig sein, weil sie sonst das Gesetz in ihre Hand nehmen könnten.« Doch dabei blieb es nicht. Per SMS und E-Mail bekam Simeonova Morddrohungen. Dabei wurde immer wieder gefordert, sie solle ihre Aktivitäten gegen das AKW Belene aufgeben. In der letzten Zeit haben sich diese Drohungen gehäuft.

Denn Ende Dezember unterschrieb der Essener Energiekonzern RWE ein Abkommen über den Bau und Betrieb des AKW Belene. Ohne diese Unterstützung aus Deutschland könnte Bulgarien aus finanziellen Gründen nicht mit dem AKW-Bau beginnen. Die Proteste von Organisationen wie Urgewald und der Grünen Jugend NRW hatten den deutschen Energieriesen nicht von seinem Vorhaben abbringen können.

In Bulgarien ist die Umweltbewegung bisher klein und da will man Simeonova einschüchtern. Die Finanzierung ihres Personenschutzes zeigt, dass die Anti-AKW-Bewegung über die Landesgrenzen hinaus kooperiert. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Atomkraftgegner haben für die Wintertagung des Deutschen Atomforums in Berlin in einigen Wochen schon Proteste angekündigt. Auch dabei wird der Fall Belene eine Rolle spielen. Schließlich betreibt RWE in Deutschland verstärkt Imagepflege. In Bulgarien hielt der Konzern das bisher nicht für nötig.

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