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Rosinenbomber landete sicher in Schönefeld

Land Brandenburg gab für den Umzug aus Berlin-Tempelhof 636 600 Euro Fördermittel dazu

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Rosinenbomber, ein Symbol für das einst abgeschnittene Westberlin, startet und landet nun im alten DDR-Zentralflughafen Schönefeld. Die Firma Air Service Berlin, die Rundflüge mit der 1944 gebauten Maschine anbietet, ist nach der heiß umstrittenen Schließung des Flughafens Berlin-Tempelhof am 1. November dorthin umgezogen. Der Rosinenbomber gehörte zu den letzten Flugzeugen, die in Tempelhof starteten, erzählt Firmensprecher Holger Trocha.

Während der Luftbrücke 1948 landeten Rosinenbomber mit den Gütern für Westberlin in Tempelhof. Dorthin gehöre die Maschine eigentlich, sagt Trocha. Man sehe den neuen Standort am künftigen Großflughafen Schönefeld jedoch auch als Chance. Die Verlegung der Firma samt Technik kostete Trocha zufolge zwei bis drei Millionen Euro.

Das Land Brandenburg hat 636 600 Euro dazu gegeben, wie Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) bestätigte. Drei Viertel der Summe sind EU-Mittel, den Rest teilten sich der Bund und das Land. Das Unternehmen habe die Absicht geäußert, zehn Arbeits- und drei Ausbildungsplätze zu schaffen, erläuterte Junghanns. Die Entscheidung für die Zuwendung habe die Investitionsbank des Landes Brandenburg getroffen, weil die nötigen Voraussetzungen vorlagen.

Der Landtagsabgeordnete Thomas Domres (Linkspartei) hatte nach der Berechtigung dieser Auszahlung gefragt und ob es sich nicht um eine einfache Standortverlegung gehandelt habe, die aufgrund der Schließung Tempelhofs notwendig gewesen sei. Domres wollte auch wissen, ob bei der Förderung eine Rolle gespielt habe, dass beim Umbau des Terminals C in Schönefeld zu einem Ort für Veranstaltungen behindertengerechte Zugänge geschaffen werden.

Junghanns wandte ein, dass das Unternehmen in Berlin mehrere Außenstellen unterhalte, so dass »nicht von einer Standortverlagerung ausgegangen werden« könne. Der Fördergegenstand sei das Erbringen von wirtschaftlichen Dienstleistungen gewesen, so dass ein Beachten der brandenburgischen Tourismuskonzeption nicht nötig gewesen sei. Und weil es sich »nicht um ein Tourismusprojekt« handele, sei auch die Barrierefreiheit kein Kriterium bei der Förderung gewesen, unterstrich Junghanns.

Air Service Berlin bietet Erlebnisflüge mit dem Wasserflugzeug, dem Rosinenbomber oder dem Hubschrauber an, außerdem Fallschirmsprünge und den Aufstieg mit dem Ballon. Bei dem rund 35 Minuten langen Flug mit dem Rosinenbomber geht es in 600 Metern Höhe über Berlin und dabei auch über den ehemaligen Flughafen Tempelhof. Der Spaß kostet 179 Euro pro Person, wobei Kinder bis elf Jahren die Hälfte zahlen. Ein Sektempfang, eine Filmvorführung und die Anfahrt in einem US-amerikanischen Schulbus sind inbegriffen. Als Geschäftsfelder nennt das Unternehmen neben Verkehrsüberwachung und dem Anfertigen von Luftbildern selbst ausdrücklich »touristische Rundflüge«.

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