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»Es geht um unsere Rechte«

Betriebsrat vom Kino Babylon stellt sich gegen Geschäftsleitung

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So harmonisch geht es hinter der Fassade nicht immer zu.
So harmonisch geht es hinter der Fassade nicht immer zu.

Im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte hängt der Haussegen schief. In einer Mitteilung kritisierte der im November erstmalig gewählte Betriebsrat am Montag die Arbeitsbedingungen. Es ist die Rede von »miserablen Löhnen, unbegründeten Kündigungen und einer Atmosphäre, in der keiner, der seinen Job behalten will, es wagt, um Urlaub zu bitten«. Auch Gerichtsverfahren und kritische Nachfragen der Kinokundschaft hätten am »Gebaren der Geschäftsleitung« nichts geändert, hieß es weiter.

Die Geschäftsleitung verhalte sich »formal nicht in allen Fällen richtig«, erzählt der Betriebsratsvorsitzende Matthias Schulz gegenüber ND. Aktuell laufe eine Klage gegen die Geschäftsleitung eine weitere werde vorbereitet – bei beiden drehe es sich um Mitglieder des Betriebsrats.

Eine Kollegin sei vom Kartenverkauf und Einlass in den Keller zum Sortieren der Plakatsammlung versetzt worden. In den Augen des Betriebsrates ist das auch im rechtlichen Sinne eine Versetzung. Und die sei zustimmungspflichtig, so Schulz. Zudem habe der Geschäftsführer zu ihm gesagt, er wolle nicht, dass die Mitarbeiterin jemals wieder im Service arbeitet, und wenn es ihn 1000 Euro koste. Dem dritten Betriebsrat, einem Filmvorführer, wurde der Arbeitsvertrag nicht verlängert. Er strengte eine noch laufende Entfristungsklage an. Währenddessen wurde ein neuer Vorführer eingestellt. Dem hätte der Betriebsrat zustimmen müssen, wurde aber nicht gefragt.

»Wir wollen dem Kino nicht schaden«, betont Schulz. »Wir kämpfen für unsere Rechte als Arbeitnehmer.« Es gehe dem noch relativ neuen Betriebsrat erst einmal darum, Erfahrungen zu sammeln und die Mindeststandards im Babylon, das mit über 300 000 Euro jährlich vom Senat gefördert wird, durchzusetzen. Dazu gehören Wochenend- und Nachtzuschläge sowie Urlaubsansprüche und die Lohnfohrtzahlung im Krankheitsfall, die tariflicher Standard sind.

Im Babylon arbeiten knapp über 30 Menschen, die meisten sind Studierende und 400 Euro-Jobber. »Wir arbeiten sehr gerne hier, aber nicht unter allen Bedingungen«, meint Schulz.

Zuletzt war das Kino im August 2008 in der Presse. Einem Mitarbeiter wurde damals aufgrund eines offenen Briefes an die Geschäftsleitung fristlos gekündigt. Er setzte sich durch, erreichte einen Vergleich und bekam Lohn nachgezahlt. Prekäre Arbeitsbedingungen in Kinos sind keine Seltenheit. In vielen Häusern wird über geringe Löhne und unsichere Vertragsbedingungen geklagt.

Die Geschäftsleitung des Babylon wies die Vorwürfe des Betriebsrates zurück, wollte sich aber vor ihrer nächsten Sitzung nicht weiter zu den Vorwürfen äußern. Nach der ersten Anfrage vom ND scheint jedoch Bewegung in die Sache zu kommen. Für den morgigen Freitag sei ein Treffen zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat anberaumt, hieß es aus dem Babylon.

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