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Schwan setzt auf die LINKE

SPD-Kandidatin für höchstes Staatsamt hofft auf dritten Wahlgang

Die SPD-Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten am 23. Mai, Gesine Schwan, setzt auf die Zustimmung der Linkspartei.

Berlin (dpa/ND). In einem möglichen dritten Wahlgang rechne sie mit den Stimmen der Linkspartei, sagte Schwan der »Stuttgarter Zeitung«. Bei der Bundespräsidentenwahl sei ganz vieles offen, da es erfahrungsgemäß keine eindeutige Übereinstimmung zwischen der Fraktionsstärke und den abgegebenen Stimmen in der Bundesversammlung gebe.

In der Bundesversammlung am 23. Mai haben Union und FDP die meisten Stimmen, aber nicht die absolute Mehrheit, die in den ersten beiden Wahlgängen für eine Wiederwahl Horst Köhlers erforderlich ist. Im dritten Wahlgang reicht die relative Mehrheit. Schwan hat nur dann eine Chance, wenn die LINKE ihren Kandidaten Peter Sodann zurückzieht und für sie stimmt und wenn sie zudem noch Stimmen der bayerischen Freien Wähler erhält.

Obwohl sie auf die Stimmen der LINKEN angewiesen ist, betonte Schwan, diese nicht hofieren zu wollen. »Ich buhle nicht um deren Stimmen – ich buhle um gar nichts, weil das meiner Selbstachtung zuwider wäre.« Nach ihren Angaben ist sie von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi zu einem Fraktionsgespräch eingeladen worden. Bei einem Bildungskongress der Linkspartei werde sie das Hauptreferat halten. In dem Interview bestritt Schwan, nicht genügend Rückendeckung von der SPD zu erhalten. »Ich habe mich von Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier immer sehr gut unterstützt gefühlt.« Sie sei dankbar für die Unterstützung aus der Parteizentrale.

Schwan bekräftigte ihre Kritik an der Amtsführung Köhlers. »Wir dürfen den Graben zwischen Politik und Gesellschaft, der auch als Parteienverdrossenheit bezeichnet wird, nicht vertiefen, sondern müssen ihn aktiv überwinden.« Sonst drohe eine Erosion der Demokratie. Ein Bundespräsident dürfe nicht suggerieren, dass das Volk einen Anwalt gegenüber der Politik brauche. Nach ihrer in der Wochenzeitung »Die Zeit« geäußerten Kritik war Schwan aus den Reihen der Union unter Beschuss geraten.

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