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Gesundheit der Kinder sozial sortiert

Senatorin Katrin Lompscher (LINKE) präsentierte Auswertung der Einschulungsuntersuchungen 2007

(ND-Herrmann). Auf eine soziale Aufteilung machte gestern Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (LINKE) bei der Auswertung von Einschulungsuntersuchungen Berliner Kinder aufmerksam. »Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen 2007 weisen einen insgesamt guten Gesundheitszustand der Berliner Kinder in dieser Altersgruppe aus«, informierte die Senatorin. »Die Daten zeigen allerdings auch, dass die Chancen auf eine gesunde Entwicklung der Kinder unterschiedlich sind. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben – bis auf das Impfen – einen schlechteren Gesundheitsstatus als die anderen.«

Der Anteil normalgewichtiger Kinder wird im Vergleich zu 2005 gleichbleibend bei 81 Prozent festgestellt, 12 Prozent gelten als übergewichtig. Der Anteil von Kindern mit guter Körperkoordination hat zugenommen, und zwar von 68 Prozent im Jahr 2005 auf 73 Prozent im Jahr 2007. In der sprachlichen Entwicklung zeigen sich leichte Schwankungen, wobei 2007 drei Viertel der Kinder gute Ergebnisse im sprachlichen Entwicklungstest »Sätze nachsprechen« gegenüber 2005 erzielten.

Die bezirklichen sowie die kleinräumigen Auswertungen auf der Basis der insgesamt 60 Stadtteile zeigen laut Bericht, in welchen Stadtquartieren viele sozial benachteiligte Familien leben und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung besonders wichtig sind. Die Senatsverwaltung für Gesundheit erinnerte an die Landesgesundheitskonferenz Berlin, die im Jahr 2007 Gesundheitsziele für Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren formuliert hatte, die auf den Daten des Einschulungsjahrgangs 2005 basierten. Als Handlungsfelder hervorgehoben wurden die Bereiche Ernährung, Bewegung und Sprachförderung. Jetzt hätten sich erste Entwicklungen erkennen lassen.

Sorgen ließ die Gesundheitssenatorin angesichts sinkender Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder von der U1 bis zur U8 erkennen. Diese seien im Jahr 2007 von 76,1 Prozent aller Berliner Kinder wahrgenommen worden. Im Jahr davor waren es noch 77,2 Prozent. Dieser Trend müsse gestoppt werden. »Wir wollen, dass möglichst alle Eltern die Früherkennungsuntersuchungen für ihre Kinder vollständig wahrnehmen.«

Als eine »wirksame Maßnahme auf dem Weg dahin« bezeichnete Katrin Lompscher das verbindliche Einladewesen, das mit dem neuen Kinderschutzgesetz eingeführt werden solle. Das vom Senat bereits beschlossene Gesetz werde jetzt in das Abgeordnetenhaus eingebracht. »Ich hoffe auf eine zügige Verabschiedung, damit das Gesetz zum Wohl der Kinder schnell wirksam werden kann und die Teilnahmequote gerade an den späteren Untersuchungen deutlich erhöht wird«, unterstrich die Senatorin.

Auch bei der Wahrnehmung der Untersuchungen analysierten die Experten eine Differenz. So schwanke die Teilnahme je nach sozialer Schicht um rund 20 Prozent. Auch die Herkunft der Familien spiele eine große Rolle. So hätten 82 Prozent aller Kinder deutscher Herkunft die Früherkennungsuntersuchungen vollständig in Anspruch genommen. Bei Kindern arabischer Herkunft seien es dagegen nur 51,6 Prozent. In den Wohnbezirken differiere die Teilnahmequote ebenfalls um rund 20 Prozent. Während in Steglitz-Zehlendorf die Quote bei 85,1 Prozent liege, werde in Mitte nur eine Teilnahme von 63,9 Prozent erreicht.

Die Auswertung gibt auch Auskunft über den Besuch von Kindertageseinrichtungen. So haben 2007 mehr Kinder eine Kita länger als zwei Jahre besucht (84,8 Prozent) als ein Jahr zuvor (81,9 Prozent). Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sprechen besser deutsch. 70,2 Prozent dieser Kinder, die länger als zwei Jahre eine Kita besuchten, können gut bis sehr gut deutsch sprechen. Bei denen, die keine Kita besuchten, waren es nur 41,7 Prozent.

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