Delphine und Dämme

Pestizide und Wasserkraftpläne bedrohen Tiere im Mekong

  • Von Michael Lenz, Phnom Penh
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im Mekong leben heute nach Angaben der Umweltstiftung WWF noch rund 70 Irrawaddy-Delphine. Infolge der Wasserverschmutzung sind diese nur hier heimischen Delphine akut vom Aussterben bedroht.
Es ist ein tolles Erlebnis, in einem Langboot über den Mekong zu gleiten. Nur der Bootsführer und Nhem Sochea von der Entwicklungshilfeorganisation »Cambodian Rural Development Team« (CRDT) sind mit im Boot. Gemächlich fließt der Mekong dahin. Jetzt, in der heißen Jahreszeit, ist der Wasserstand niedrig. Trotzdem ist der Fluss in der Nähe des kambodschanischen Städtchens Kratie mit gut fünf Kilometern so breit, dass drei Inseln nebeneinander passen, deren größte 48 Kilometer lang und 2,5 Kilometer breit ist.

Die Stille ist gewaltig. Es gibt keinen Schiffsverkehr; die Insel und das Ufer sind nur spärlich besiedelt. Das einzige Geräusch ist ein Schnaufen und Prusten. »Das sind die Delphine«, sagt Sochea. Dann tauchen sie auf, die Mekong-Delphine. Erst einer, dann ein zweiter und ein dritter. Viel ist aber von den Tieren nicht zu sehen. Nur ein grauer Rücken und die Rückenflosse. So schnell, wie sie aufgetaucht sind, sind sie auch wieder weg. Die Delphine im Mekong springen nicht in die Luft wie Flipper und sind viel scheuer als ihre Artgenossen im Meer. Und sie sind akut vom Aussterben bedroht. Die heute noch lebenden etwa 70 Delphine könnten spätestens in zehn Jahren verschwunden sein, sollten die zwei Staudämme im kambodschanischen und neun im laotischen Teil des Mekong realisiert werden. »Das wird den Tieren ihren letzten Lebensraum nehmen«, befürchtet Richard Zanre vom WWF-Büro in Kratie. Bis vor wenigen Jahrzehnten hätten die Säugetiere, die zur Art der Irrawaddy-Delphine gehören, zwischen Laos und dem Delta in Vietnam im ganzen Mekong gelebt. Fischfang, Zersiedlung der Ufer im unteren Teil des Mekong wie auch Schießübungen der Roten Khmer aber haben den Tieren den Garaus gemacht.

Der WWF ist einer weiteren Bedrohung der Delphine auf der Spur: In jüngerer Vergangenheit seien viele neugeborene Delphine gestorben. »Wir vermuten, dass Umweltgifte die Ursache sind, mit denen die noch schwachen Immunsysteme der Babydelphine nicht zurechtkommen«, sagt Zanre. »Wir haben gerade eine Studie gestartet, von der wir uns mehr Informationen erhoffen.«

Umweltorganisationen und die Bewohner der Dörfer sind entschieden gegen den Bau von Wasserkraftwerken im Mekong. »Wenn sie gebaut werden, blockieren die Dämme die Migration von Fischen und zerreißen diesen lebenswichtigen Fluss, von dem die Nahrungsmittelsicherheit und das Einkommen von Millionen von Menschen abhängen«, warnte jüngst »Save the Mekong«, eine Koalition von Umweltorganisationen zum Schutz des Mekong.

Carl Middleton, einer der Ini-tiatoren, kritisiert die Staudammpläne als Überbleibsel der Geisteshaltung »je-größer-desto-besser« aus dem vergangenen Jahrhundert. Moderne Konzepte hingegen würden auf kleine, dezentrale Einheiten zur Gewinnung erneuerbarer Energien setzen. Das funktioniert, wie Sochea auf der Insel Koh Pdao nach der Delphintour zeigt. Das CRDT hat bereits einige Häuser mit einfachen Anlagen zur Gewinnung von Biogas aus organischen Abfällen ausgerüstet. Jetzt können die Dörfler mit Gas kochen und ihre bescheidenen Häuser nachts mit Gaslaternen beleuchten. Das nutzt der Umwelt, den Menschen und auch den Delphinen.


Lexikon - Flussdelphine

Auch wenn der Name der Tierfamilie es suggeriert, gehören weder alle in Flüssen lebenden Delphine zu den Flussdelphinen noch leben alle Flussdelphine in Süßwasser. Von den lebenden Säugetieren werden nur vier Arten zu den Flussdelphinen gezählt: der möglicherweise bereits ausgerottete Chinesische Flussdelphin, der Amazonasdelphin, der im Brackwasser lebende La-Plata-Delphin und als entfernte Verwandte zuweilen auch die Ganges- und Indus-Delphine. Der Kamerunflussdelphin und der Irrawaddy-Delphin zählen genetisch zur Familie der eigentlichen Delphine.

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