Der Geruch der Filme

Volker Schlöndorff am 70. Geburtstag im Licht, im Schatten und in Bewegung

  • Von Marion Pietrzok
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Dass Film etwas zum Anfassen ist, lernte der leidenschaftliche Kinogänger, der 14-, 15-jährige Volker Schlöndorff in der dank eines Bekannten heimlich geenterten Vorführerkabine eines Kinos in der Heimatstadt Wiesbaden. Es gehörte der Freiwilligen Selbstkontrolle der Deutschen Filmwirtschaft (FSK, heute u.a. für die Altersfreigaben für Filme zuständig). Nicht die aufs Prüde getrimmten Filme sind ihm im Gedächtnis geblieben, sondern »die Filmrollen, ... das 35-mm-Zelluloid, die Bildschnipsel und der Acetonkleber mit seinem betörenden Geruch«, schreibt er in seiner Autobiografie, die vor einem halben Jahr bei Hanser erschien. Diese Nachmittage neben den ratternden Projektoren faszinierten den Jungen: »Zum ersten Mal war Film nicht nur Licht, Schatten und Bewegung auf einer Leinwand.«

Hier wie auf dem weiteren Lebensweg von Schlöndorff mischten sich mit Leidenschaft Betriebenes und Zufälliges, ein Hineingezogenwerden. 1939 als Sohn eines ...

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