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Helden aus Gips

Unbeugsam – Defiance von Edward Zwick

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Wer will schon ein Opfer sein, das sich widerstandslos umbringen lässt? Besser ist es doch, kämpfend zu sterben. Ja, sicher ist die Vorstellung, mit der Waffe in der Hand unterzugehen oder sogar sich und andere vor dem Tod bewahren zu können, eine, die zum heutigen Zeitgeist passt. Wehr dich! Allerdings sind das die Heldenprojektionen derer, denen die Erfahrung der Ohnmacht und des völligen Ausgeliefertseins fehlen. Was soll ein Zivilist gegenüber einer Mordmaschine anderes sein können als ein wehrloses Opfer?

Eine schwer zu ertragende Vorstellung gewiss, aber der Völkermord an den Juden ist und bleibt eben eine solche Unerträglichkeit. Regisseur Edward Zwick (»Blood Diamond«, »Legenden der Leidenschaft«) jedoch will Alternativen denken, und er hat auch ein historisches Vorbild für jüdischen Widerstand im Weißrussland der Jahre 1941/42 gefunden. Die Bielski-Brüder, Bauern aus der Region, beschließen nach der Ermordung ihrer Eltern, in die Wälder zu gehen. Partisanenkampf! Immer mehr bedrohte Juden flüchten aus dem Ghetto in die Wälder und verstecken sich dort vor der drohenden Deportation. Sie werden von der SS gejagt, aber mit viel Erfindungsreichtum und Mut retten sich in der Waldsiedlung Tuvia Bielskis über tausend Juden. Keine Utopie, sondern ein realer Fall. Nach dem Krieg wanderten die Bielskis in die USA aus, lebten dort ein unscheinbares Leben als Taxifahrer und Ladenbesitzer.

Nun muss diese schöne Geschichte über den Mut einfacher Menschen, die sich ihrem Schicksal nicht ergeben haben, für einen Action-Thriller herhalten. James-Bond-Darsteller Daniel Craig spielt Tuvia Bielski, als sei dies hier nur ein neuer Auftrag für Geheimagent 007. Die zarte Pflanze des Authentischen wird so vom hochgerüsteten Mainstreamkino brutal niedergewalzt. Die Bauernbrüder als menschliche Kampfmaschinen – nichts könnte unpassender sein. Diese Helden leben nicht, sie sind aus Gips, halten nicht lebendige Erinnerung wach, sondern spielen Andenkenladen. In jeder Szene aufs Neue greift pseudopathetische Kaufhausmusik nach uns. Derart von allen dokumentarischen Geistern verlassen, produziert Zwick hier letztlich nur einen Elitesoldatenfilm der peinlichsten »Rambo«- Sorte.

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