Daniela Dahn 25.04.2009 / Debatte

Das Urteil von den zwei deutschen Diktaturen

Reizwort Unrechtsstaat: Vergleichen kann man grundsätzlich alles, doch darf man sich Schlussfolgerungen nicht entziehen

Fackelzüge: Berlin 1933 (o.), 1989 (u.). Wie sich die Bilder gleichen. Der Vergleich bietet uns Gleichheitszeichen an. Gleiche Bilder, gleiche Wahrheit?

Die formelhaften Simpeleien in der zeitgenössischen Geschichtsschreibung laufen hierzulande mit Vorliebe darauf hinaus, die DDR in einem Atemzug mit dem Naziregime zu nennen. Wer die bruchlose Kontinuität bezweifelt, gilt immer noch als unverbesserlicher Verharmloser der zweiten deutschen Diktatur. Dabei gibt es eigentlich nur eine Methode, das Unrecht beider Epochen seriös zu vergleichen – nämlich die Bilanzen der juristischen Aufarbeitung nebeneinanderzustellen. Vielleicht hat es deshalb, soweit ich weiß, auch noch niemand gemacht. Vergleichen kann und sollte man grundsätzlich alles, denn es ist die einzige Methode, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen. Nur darf man sich dann den Schlussfolgerungen aus diesem Abenteuer nicht entziehen.

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