Über die Kinokasse zum Klassenkonflikt

Der 72-jährige Filmemacher Ken Loach widerspricht in seinen Filmen der These vom gemeinsamen Boot

Der englische Filmregisseur Ken Loach ist jemand, der es vom »Staatsfeind« zum anerkannten europäischen Filmemacher geschafft hat. Von seinen politischen Ambitionen hat er seit seinem aufsehenerregenden Film »Cathy Come Home« (1966) bis heute nicht gelassen. Zur Aufführung seines Films »It's a free world« war der 72-Jährige am Montag nach Frankfurt am Main gereist – auf Einladung und unter großer Anteilnahme deutscher Gewerkschaften. In vollbesetztem Kinosaal stand er dem Publikum Rede und Antwort. Mit ihm sprach anschließend ND-Mitarbeiter Hans-Gerd Öfinger.

ND: Sie haben auf Einladung des DGB Hessen-Thüringen der Aufführung Ihres Spielfilms »It's a free world« beigewohnt. Worum geht es in diesem Film?
Loach: Es geht um aktuelle Veränderungen in der Arbeitswelt. Früher hatte ein Schulabgänger in aller Regel eine sichere berufliche Laufbahn und über Jahrzehnte einen festen Arbeitsplatz. Heute sind eine Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss keine Garantie mehr für einen Arbeitsplatz. Sichere Arbeitsverhältnisse wurden durch Leiharbeit, befristete Jobs und Gelegenheitsarbeit ersetzt. Diese Instabilität wurde noch verstärkt durch die große Zahl von Zuwanderern und Arbeitssuchenden aus Osteuropa und anderen Ländern, die besonders leicht auszubeuten sind. Als billige Arbeitskräfte wurden sie von den Arbeitgebern mit offenen Armen empfangen. Dieses Thema wollten wir im Film darstellen.

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