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Thüringen bleibt erstklassig

»Trostpflaster« für Handballerinnen nach verlorenem Europacupfinale

Erst küsste Grit Jurack den Champions-League-Pokal innig, dann schleppte sie mit Anja Althaus die riesige Silber-Trophäe durch die Halle und feierte ausgelassen: In ihren schwarzen Trikots mit der goldenen Aufschrift »Champ 2009« ließen die beiden deutschen Handball-Nationalspielerinnen ihrer grenzenlosen Freude freien Lauf. Mit seinem dänischen Club Viborg HK hatte das deutsche Duo am Sonnabend dank des 26:23-Auswärtssieges im Final-Rückspiel gegen ETO Györ die Champions League trotz der 24:26-Heimniederlage vor Wochenfrist gewonnen.

Dagegen blieb dem Thüringer HC der Griff nach dem ersten Europacup der Vereinsgeschichte verwehrt. Wie im Final-Hinspiel beim 22:26 zogen die Thüringer im Challenge Cup gegen Cercle Nimes (Frankreich) mit 25:30 auch im Rückspiel den Kürzeren. Doch von Wehmut war in Erfurt keine Spur: Das Team von Trainer Dago Leukefeld bejubelte mehr den unerwarteten Verbleib in der Bundesliga als die Niederlage zu betrauern. »Das tröstet auf jeden Fall über den verpassten Pokalsieg hinweg«, bekannte Nationalspielerin Nadine Härdter. Wegen der Insolvenz des deutschen Meisters 1. FC Nürnberg bleibt der sportliche Absteiger erstklassig. Mit dem heutigen Gang zum Amtsgericht und der Insolvenz von Verein und Spielbetriebsgesellschaft endet das Kapitel Bundesliga.

Auch die Handballerinnen des HC Leipzig haben den ersten Europapokalsieg seit 17 Jahren verpasst. Am Sonntag gewann die Mannschaft von Trainer Heine Jensen im EHF-Pokal das Final-Rückspiel vor der Rekordkulisse von 7045 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig gegen die Spanierinnen von S.D. Itxako zwar mit 26:25. Doch die Hypothek von acht Treffern aus dem Hinspiel (19:27) war zu hoch.

Die Frauen vom Frankfurter HC drohen indessen den Kampf um Meisterschaftsbronze zu verlieren. Im Hinspiel um Platz drei unterlagen die Brandenburgerinnen am Sonnabend in eigener Halle dem Buxtehuder SV mit 28:29 (13:15). Das Rückspiel findet am 24. Mai in Buxtehude statt.

In der Männer-Bundesliga verschärft sich drei Spieltage vor dem Saisonende der Kampf um die internationalen Plätze. Der HSV Hamburg ist dank der Nordrivalen Kiel und Flensburg der Sieger des Wochenendes. »Wir sind wieder auf Platz zwei, und da wollen wir natürlich auch bleiben«, sagte HSV-Trainer Martin Schwalb nach dem 31:25 bei GWD Minden. Kiel bezwang die Rhein-Neckar Löwen 33:28 und bescherte dem HSV den Sprung auf den direkten Champions-League-Startplatz.

Kiel lässt trotz des seit Wochen besiegelten Titelgewinns die Zügel nicht schleifen und wird dabei von der Jagd nach den eigenen Rekorden angetrieben: 2005 und 2006 schloss der THW – wie Lemgo 2003 – die Spielzeit mit sechs Minuspunkten ab. Gegenwärtig stehen nur drei zu Buche.

Derweil ist der Abstieg des Stralsunder HV besiegelt. Die Mannschaft verlor das Kellerduell gegen Dormagen mit 20:30. dpa/ND

Bundesliga Männer: Melsungen - Magdeburg 29:26, Gummersbach - Großwallstadt 33:32, Kiel - Rhein-Neckar L. 33:28, Flensburg - Lemgo 27:25, Minden - Hamburg 25:31 Wetzlar - Essen 36:28, Stralsund - Dormagen 20:30, Balingen - Berlin 25:25, Nordhorn - Göppingen 29:29.

1. THW Kiel 31 1108:869 59:3

2. HSV Hamburg 31 980:837 47:15

3. Rhein-Neckar L. 31 1025:898 46:16

4. TBV Lemgo 31 947:847 43:19

5. Flensburg-H. 31 1013:885 42:20

6. Göppingen 31 937:845 40:22

7. Gummersbach 31 964:904 38:24

8. SC Magdeburg 31 890:837 38:24

9. HSG Nordhorn 31 977:882 37:21

10. Melsungen 31 1000:1013 27:35

11. Füchse Berlin 31 919:938 26:36

12. GWD Minden 31 835:927 23:39

13. Großwallstadt 31 938:939 22:40

14. HSG Wetzlar 31 842:890 21:41

15. Balingen-Weilst. 31 866:918 21:41

16. TSV Dormagen 31 775:939 15:47

17. Stralsunder HV 31 746:1078 6:56

18. TuSEM Essen 31 773:1089 3:59

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