Griechische Zustände

Acht Monate auf Bewährung für Timo B.

  • Von Katharina Zeiher
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Vor dem Landgericht Thessaloniki wurde am Mittwoch gegen Timo B. verhandelt. Der heute 33-jährige Berliner war im Februar 2007 am Rande eines Solidaritätskonzerts für die Studierendenproteste festgenommen worden und hatte anschließend 147 Tage in griechischer Untersuchungshaft gesessen.

Wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verurteilte das Landgericht Thessaloniki Timo B. nun zu acht Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der zweite Anklagepunkt, der auf Sprengstoffbesitz lautete, wurde fallen gelassen.

Die Staatsanwaltschaft warf Timo B. vor, bei Auseinandersetzungen im Anschluss an das Konzert Brandsätze geworfen und sich gegen seine Festnahme gewehrt zu haben. Die Anklage stützte sich dabei allein auf die Zeugenaussagen von zwei Polizisten. Bei dem nicht vorbestraften Timo B. waren nach der Festnahme weder Vermummungsgegenstände noch ein Feuerzeug gefunden worden.

Unglaubwürdige Zeugen

»Die Aussagen der Beamten waren komplett widersprüchlich«, so Prozessbeobachter Nils Baratella gegenüber ND. Bei der Verhandlung habe einer der beiden Polizisten zunächst behauptet, Timo B. sei vermummt gewesen. Dann jedoch habe der Beamte zugegeben, B. nur von hinten gesehen zu haben. Und ob Timo B. tatsächlich ei...


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