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»Ich hab auch ein Recht, etwas zu sagen«

Menschen mit Down-Syndrom und ihre Sichtweisen auf die Grundrechte

60 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre Grundrechte. Was bedeuten diese Rechte für sie, fragten sich die Autoren des Magazins »Ohrenkuss« auf Bitten des ND. Das prämierte Lifestyle-Magazin publiziert ausschließlich Texte von Menschen mit Down-Syndrom, auch bekannt als Trisomie 21. Wir veröffentlichen nachfolgend eine Auswahl der Texte. Aus Gründen der Authentizität wurden diese inklusive der Rechtschreibfehler in der Originalfassung belassen.

Grundgesetz

»Die Gesetze sind die Regeln, die ein zu halten sind. Die Menschen bekommen dann keinen Streit. Die Gesetze sagen, das man keinen umbringen darf. Und dass man keinen beklauen und bedrohen darf. Man darf sagen was man möchte (...)

Keiner darf verheiratet werden. In Deutschland sind die Gesetze für alle Mensche egal ob die stark oder schwach sind. Ob groß und klein. Das ist unser Grundgesetz und von Politiker kann keiner was ändern.«
(Inken Miltner, selbst geschrieben)

Die Aufgabe der Uniformen

»Die Polizisten beschützen die Menschen. Sie machen ihre Arbeit. Sie helfen den Leuten, wenn was passiert bei einem Verkehrsunfall oder wenn was geklaut ist. (...)

Zum Beispiel beim Fußball gibt's die Ordner. Die Ordner haben bestimmte Uniformen und die Polizisten auch, so kann man sie erkennen. Es gibt das Jugendschutzgesetz und für Kinder kontrollieren die Eltern.«
(Tobias Wolf, diktiert)

Die Welt In Der Wir Leben Möchten

»Wir Menschen mit Behinderungen haben das gleiche Recht wie nicht behinderte Menschen, so steht das geschrieben in einem Heft »alle inklusive! Die neue UN. Konvention in leichter Sprache.

Man kann auch auf die Internetseite gehen unter: www.behindertenbeauftragte.de/alle-inklusive.«(Julia Bertmann, selbst geschrieben)

Alleine aufpassen, alleine entscheiden

»Frei heißt: Ich kann frei leben auch mit meine Eltern oder ohne Eltern, alleine. Ich kann alleine Fahrrad fahren. (...) Ich kann frei leben, alleine fahren, aufpassen auf Autos, alleine Flugzeug fliegen, ich (möchte) besuche andere Leute. (...) Alleine entscheiden (dürfen).«
(Lars Breidenbach, diktiert)

Selbstentfaltung trotz Unterstützung

»Das Grundgesetz ist das wichtigste Gesetz in Deutschland und sorgt für Gesetze, Gebote und Verbote, dass die von uns Menschen eingehalten werden! Man erkennt daran, dass alle Menschen gleich sind und gleich geliebt und geachtet werden! Jeder Mensch hat Rechte in seinem Leben, auf die jeder möglichst Rücksicht nimmt! Jeder Mensch hat das Recht sich einzubringen und seine Meinung zu äußern! (...) Menschen, die Probleme haben brauchen zwar weiter Unterstützung, dürfen sich aber trotzdem selbst entfalten.«
(Anna Maria Schomburg, selbst geschrieben)

Durch Richter, Verteidiger und Anwälte

»Das Grundgesetz gehört zu jedem Menschen. Jeder hat sein eigenes Recht. Selbstentfaltung ist, wenn ich ein Kummer habe, spreche ich mit meiner Frau. Mitbestimmung: Ich hab auch ein Recht, etwas zu sagen.«
(Patrick Görres, diktiert)

Weitere Infos: www.ohrenkuss.de
www.ohrenkuss-das-woerterbuch.de

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