Die Verlangsamung des Falls

  • Von Robert Kurz
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
»Dass sich ein historischer Einbruch schon nach wenigen Monaten in Wohlgefallen auflöst, ist natürlich Wunschdenken.«

Das marktwirtschaftliche und mediale Gedächtnis entspricht ungefähr dem Erinnerungsvermögen eines Dreijährigen. Trotzdem darf vielleicht an die prognostische »Leistung« der offiziellen Institutionen hinsichtlich der globalen ökonomischen Entwicklung erinnert werden. Noch im Sommer 2008 feierte man den schon bis 2020 hochgerechneten Aufschwung der nicht als solcher erkannten Defizitkonjunktur. Als sich die Finanzkrise manifestierte, gab es periodische »Entwarnungen«. Das Schlimmste sei vorüber, hieß es noch im September.

Nach den »schwarzen Montagen« an den Börsen klammerte man sich an die Behauptung, die Realwirtschaft sei an sich gesund und werde vom finanzkapitalistischen Desaster nur wenig beeinflusst. Für 2009 wurde ein nur leicht abgeschwächtes Wachstum erwartet. Als die Weltökonomie in den freien Fall überging, wollten die von Selbstzweifeln befallenen Wirtschaftsinstitute schon gar keine Prognose mehr abgeben. Aber gelernt ist g...


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