Eine erzwungene Liebe zu Europa

In Island mehren sich die Rufe nach einem Beitritt des Landes zur Gemeinschaft

  • Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Islands sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir und ihr Koalitionspartner von den Links-Grünen wollen zügig klären, ob und wann ihr Land ein Beitrittsgesuch zur EU einreichen kann.

Das isländische Wirtschaftswunder basierte auf ungehemmter Deregulierung und dauerte ein halbes Dutzend Jahre. Erst der Fast-Staatsbankrott setzte dem neoliberalen Fest ein Ende und brachte erstmals eine linke Regierung an die Macht, die nun die unpopulären Sparbeschlüsse fassen muss. Die Koalitionspartner Sozialdemokratische Allianz und Links-Grüne konnten sich in ihrem Regierungsprogramm jedoch nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen, die eine zentrale Zukunftsfrage für die Insel betrifft: Soll Island Aufnahmegespräche mit der EU beginnen oder will man sich ohne im Ausland anerkannte Währung aus der Krise herausarbeiten?

Die beiden frischgebackenen Regierungsparteien fanden eine vorläufige Lösung. Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir wird einen Gesetzesvorschlag einbringen, der den Weg bahnt für Aufnahmeverhandlungen. Doch wenn es um die endgültige Zustimmung zu einer EU-Mitgliedschaft geht, sollen di...


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