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»Judentum heißt plötzlich: Immer Recht haben«

Rolf Verleger über seinen Rauswurf aus dem Zentralrat der Juden, vernichtete jüdische Kultur und Obamas Nahost-Politik

Der 57-jährige Psychologe und Autor (»Israels Irrweg«) war bis 17. Juni Delegierter des Landesverbands Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. Mit Rolf Verleger sprach für ND Susann Witt-Stahl.

ND: Die Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein hat Ihnen das Mandat im Zentralrat der Juden entzogen. Warum?
Verleger: An der Basis besteht schon lange mehrheitlich Unverständnis über meine Beurteilung der Politik Israels. Die Leute sehen nicht das große Unrecht, das Israel den Palästinensern seit mehr als 60 Jahren antut. Außerdem hat die Spitze des Zentralrats unserem Landesverband zu verstehen gegeben, dass es Vorteile bringen könnte, wenn ich nicht mehr Delegierter wäre.

Was führte letztlich zu Ihrem Rauswurf?
Das war mein Vortrag Ende Mai beim Jahrestreffen der Muslimischen Jugend Deutschlands, wo ich in meiner Funktion als Direktoriumsmitglied angekündigt war. Dass daran im Zentralrat überhaupt Anstoß genommen wurde, ist bezeichnend für die herrschende Wagenburgmentalität.

Die Zentralratsspitze tendiert leider durch ihre Unterstützung der israelischen Besatzungspolitik dazu, die jüdische Gemeinschaft gegenüber anderen Minderhei...




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