Der Minister gibt sich trotzig

Türkei will an Staudamm-Projekt festhalten

  • Von Jan Keetman, Istanbul
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nicht nur der Rückzug der Risikoversicherer bringt den Bau des Ilisu-Staudamms abermals erneut in Schwierigkeiten.

Nach dem Ausstieg der Schweiz, Österreichs und Deutschlands aus dem umstrittenen Ilisu-Staudamm am Tigris reagiert der türkische Minister für Umwelt und Wälder, Veysel Eroglu, trotzig. Für die Schweiz wollte die Exportrisikoversicherung zusammen mit der Österreichischen Kontrollbank und der deutschen Hermes Kreditversicherung Darlehen für das umstrittene Staudammprojekt absichern. Nachdem sich herausstellte, dass die Türkei Auflagen zur Umsiedlung der Bewohner des Flusstales und zum Schutz von Kulturgütern in dem historischen Städtchen Hasankeyf nicht erfüllt hatte, mahnten die staatlichen Risikoversicherer im vergangenen Dezember die Türkei ab. Nachdem eine Frist von sechs Monaten ohne ausreichende Fortschritte verstrichen war, wurde der Vertrag von den drei Staaten am 7. Juli gekündigt.

Veysel Eroglu sieht keine sachlichen Gründe für den Rückzug. »Der Staudamm wird gebaut werden!«, bekräftigte er. Das Ilisu-Projekt sei eine Chance, Ha...

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