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Stromerzeugung auf hoher See

Mit »Baltic 1« beginnt die Industrialisierung der Windkraft vor deutschen Küsten

  • Von Velten Schäfer, Schwerin
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der erste Spatenstich zur Stromleitung des Windparks »Baltic 1« vor dem Darß ist der Startschuss für deutsche Offshore-Parks. Allein in der Ostsee sind bereits drei weitere, größere Projekte genehmigt.

Die Begleitmusik war eindrucksvoll: Mecklenburg-Vorpommern schreibe »Windkraftgeschichte«, so Ministerpräsident Erwin Sellering. Von einem »wichtigen Beitrag, um die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen«, sprach der Wirtschaftsstaatssekretär aus Berlin, Jochen Homann, als am Freitag der erste Spatenstich für die Stromleitung vom Offshore-Windpark »Baltic 1« getan wurde.

Die Politik feierte den ersten kommerziellen deutschen Windpark in der Ostsee. Auf sieben Kilometern Grundfläche sollen etwa 15 Kilometer nördlich des Darß 21 Windräder errichtet werden, die ab Herbst 2010 gut 52 Megawatt liefern können, Energie für 57 000 Haushalte. Der Strom soll unter Wasser zum Umspannwerk in Bentwisch bei Rostock geleitet und dort ins Netz eingespeist werden. Verbraucht wird der Strom weiter im Süden, Bauherr ist die Energie Baden-Württemberg (EnBW).

»Baltic 1« ist kein wirkliches Riesenprojekt, aber der Startschuss zu einer großen Offshore-Offensive, die die Schwaben angekündigt haben: Neben dem Windpark vor dem Darß wollen die Südwestdeutschen bald noch mehrere, weit größere Anlagen in der Nordsee realisieren, wie EnBW-Chef Hans-Peter Villis im Mai 2008 verkündete: der »Hochsee Windpark Nordsee« und der Park »He dreiht« mit zusammen 160 Windrädern und einer Gesamtleistung von 800 Megawatt, was der Leistung eines durchschnittlichen Atomkraftwerks entspricht. Auch in der Ostsee planen die Schwaben einen weiteren größeren, bereits genehmigten Windpark: »Kriegers Flak 1« im deutsch-dänisch-schwedischen »Dreiländereck« etwa 30 Kilometer nordwestlich vor Rügen soll aus 80 Windrädern bestehen und laut Planungsagentur wpd knapp 330 Megawatt installierte Leistung bringen.

Besonders bei den geplanten Nordsee-Windparks wird technisches Neuland betreten. Bestehende Anlagen etwa in der Irischen See wurden im flachen Küstengewässer errichtet, was u.a. wegen des Wattenschutzes in der Nordsee nicht möglich ist. Hier müssen die Windräder in Wassertiefen von bis zu 40 Metern verankert werden, womit es kaum Erfahrungen gibt. Bei »Baltic 1« finden die Ingenieure dagegen eine vergleichsweise geringe Wassertiefe von unter 20 Metern vor.

Neben »Baltic 1« und »Kriegers Flak 1« sind in der Ostsee noch fünf weitere Windparks geplant. Bereits genehmigt ist »Arkonabecken Südost« auf halbem Weg zwischen Rügen und Bornholm, wo 80 Anlagen 400 Megawatt produzieren sollen. Ebenfalls nordöstlich von Rügen und mit gleicher Leistung ist »Ventotec Ost 2« genehmigt; 17 Kilometer vor Kap Arkona ist mit »Arcadis Ost 1« ein etwas kleinerer Windpark geplant, aber noch nicht genehmigt. Noch immer ohne Genehmigung ist auch die bereits seit 1993 geplante 150-Megawatt-Anlage »Sky2000« in der Lübecker Bucht.

Dass Offshore-Parks die Zukunft der Windkraft sind, ist unter Experten unumstritten. Der Wind weht dort stärker und konstanter. Gerade die Nordsee gilt als eine der windreichsten Regionen der Welt.

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