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Gefängniszelle oder Religionsfreiheit?

Der Vorstoß, das Tragen der Burka zu verbieten, löst in Frankreich kontroverse Diskussionen aus

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Fünf Jahre nach der Verabschiedung eines Gesetzes, das das Tragen religiöser Zeichen in den Schulen verbietet, hat in Frankreich eine neue Debatte begonnen. Eine Parlamentskommission befasst sich nun mit dem Ganzkörperschleier für Frauen.

Seit der Diskussion um islamische Kopftücher in Frankreichs Schulen hat wohl kein Thema die Öffentlichkeit, die Medien und die Politiker so kontrovers beschäftigt wie jetzt die Frage, ob die Burka (afghanische Bezeichnung) verboten werden soll. Angestoßen wurde die neue Debatte im Juni durch den kommunistischen Abgeordneten der Nationalversammlung André Gerin, Bürgermeister von Vénissieux bei Lyon, der warnend darauf aufmerksam machte, dass immer mehr Frauen aus muslimischen Familien nur noch mit dem Ganzkörperschleier auf die Straße gehen, der nur einen schmalen Sehschlitz oder ein gewirktes Gitter für die Augen frei lässt. Für Gerin ist die Burka »die Spitze des Eisbergs des islamistischen Fundamentalismus«. Nährboden für diese Rückkehr zum Obskurantismus sei die wirtschaftliche und soziale Krise, aber auch eine fortschreitende »moralische und kulturelle Verarmung«. Dem aufgeschlossenen und toleranten Islam wolle man die Hand reichen...


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