Das Wort und seine Strahlung

Zum 75. Geburtstag des Schriftstellers Rainer Kirsch

  • Von Jürgen Engler
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Einstehen für die Wahrheit, Widerspruch gegen die Lüge sind für den Dichter keine moralische Forderung, sondern eine ästhetische. Denn ihre Missachtung lässt schlechte Verse entstehen, eine Literatur, die diesen Namen nicht verdient; das ist Rainer Kirschs Grundüberzeugung. Er ist der Aufklärung verpflichtet, den Begriff nicht als eine Bezeichnung für eine Periode, sondern eine Haltung genommen. Aufklärung ist der Kritik verschwistert und – auf dem Territorium der Poesie – der Artistik: Erst die Kunst der Mitteilung in Wort und Vers erobert das Publikum.

Wie das auf vielfältige Weise angestrebt wird, ist der 2004 im Eulenspiegel Verlag erschienenen vierbändigen Werkausgabe zu entnehmen. Sie enthält Gedichte und Lieder, Stücke und Libretti, Erzählungen, die »Kopien nach Originalen« (Porträts von Wissenschaftlern, eigenwilligen Zeitgenossen allesamt), tiefschürfende Essays und Gespräche. Den großen Essay über die Kunst poetis...


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