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Frostschutzmittel in grün

Dänische Forscher: Käferprotein könnte Vereisung von Tragflächen und Windrädern verhindern

  • Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
  • Lesedauer: 2 Min.

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Kälte ist in vielen Bereichen der Technik und Medizin ein Problem. Denn die Bildung von Eiskristallen kann menschliche Zellen ebenso zerstören, wie sie an Tragflächen von Flugzeugen oder den Rotorblättern von Windkraftanlagen stört. Auch die Erdöl- und Erdgasindustrie im hohen Norden kämpft mit diesem Problem, da sich bei hohem Druck und tiefen Temperaturen aus Restwasser und Erdgas Gashydrate in den Pipelines bilden können, die den Fluss stören. Deshalb werden seit Jahren chemische Frostschutz- und Enteisungsmittel eingesetzt. Die basieren meist auf Glykol, enthalten aber auch allerlei Zusatzstoffe, die seit einigen Jahren in den meisten Ländern biologisch abbaubar sein müssen.

Eine Entdeckung dänischer Forscher könnte dem bisherigen Produktspektrum noch eine Bio-Variante hinzufügen. Hans Ramløv, Professor für zoologische Physiologie, und Anders Løbner-Olesen, Professor für Molekularbiologie an der Universität Roskilde, isolierten ein Protein im Schwarzfleckigen Zangenbock (Rhagium mordax), einem in England beheimateten Käfer. Dessen Larven überstehen dank diesem Protein noch Temperaturen von –15 Grad ohne Frostschäden. Casper Wilkens, einer der Studenten von Ramløv, benutzte eine Datenreihe über einen ähnlichen norwegischen Käfer, die sein Professor über mehrere Jahre gesammelt hatte, um das Protein des Schwarzfleckigen Zangenbocks in reiner Form zu isolieren und seine Struktur aufzuklären. Diese Struktur verhindert die Bildung von Eiskristallen.

Wegen der vielversprechenden Anwendungsmöglichkeiten hat die Uni Roskilde deshalb inzwischen einen Patentantrag eingereicht. Neben Ölindustrie, Luftfahrt und Windindustrie sehen die Forscher für ihren »Biofrostschutz« auch Einsatzchancen in der Medizin. So könnten Transplantate stärker gekühlt gelagert werden, ohne dass die Körperzellen durch Eiskristalle gefährdet werden. In der Landwirtschaft sehen die Forscher die Möglichkeit, mit dem Einbau des zugehörigen Gens Pflanzen kälteresistenter zu machen.

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