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  • Kalenderblatt

Paul Schneider

  • Von Martin Stolzenau
  • Lesedauer: 2 Min.

Dietrich Bonhoeffer nannte ihn den ersten evangelischen Märtyrer der Nazizeit. Später würdigte ihn derart auch der katholische Papst Johannes Paul II. Straßen und Gemeindeeinrichtungen in Deutschland tragen seinen Namen. Allein in Weimar gibt es eine Paul-Schneider-Gesellschaft, ein evangelisches Gemeindezentrum »Paul Schneider« und eine Paul-Schneider-Straße.

Die Wiege des mutigen Mannes stand in Pferdsfeld nahe dem heutigen Bad Sobernheim im Hunsrück, wo er als zweites von drei Kindern des reformierten Pfarrers Gustav Adolf Schneider 1897 geboren wurde. Nach Abschluss des Notabiturs 1915 meldete sich Paul Schneider als Freiwilliger in den Krieg. Er überlebte die Schlacht von Verdun. Die Kriegserfahrungen sollten ihn zeitlebens prägen. Er studierte in Gießen, Marburg sowie Tübingen Theologie, unterzog sich zur Selbstfindung der körperlichen Schwerstarbeit am Hochofen einer Eisenhütte in Dortmund-Hörde und der kirchlichen Sozialarbeit in der Stadtmission in Berlin. Es folgten 1925 die Ordinierung, die der Vater vornahm, der Einsatz als Hilfsprediger in Essen und nach dem Tod des Vaters 1926 auf Wunsch der Gemeinde die Berufung auf dessen Pfarrstelle in Hochelheim-Dornholzhausen.

Schneider heiratete seine Studentenliebe aus Tübingen: Margarete Dieterich. Als sich 1934 die Bekennenden Kirche gründete, gehörte er dazu. Die angepasste Kirchenleitung beurlaubte ihn. Schneider kam zur freien Pfarrstelle der reformierten Kirchenge- meinde von Dickenschied und Womrath bei Simmern im Hunsrück. Seine antinazistischen Glaubensaktivitäten brachten ihm mehrere Verhöre durch die Gestapo, Schutzhaft und schließlich ein Aufenthaltsverbot für das Rheinland ein. Trotz des Verbotes kehrte er in sein Pfarramt zurück, hielt am 3. Oktober 1937 den Gottesdienst zum Erntedankfest mit heftiger Kritik an den Nazis und wurde noch am gleichen Tag erneut verhaftet. Im KZ Buchenwald starb der auch im Lager nicht zu brechende Prediger am 18. Juli 1939 an den Folgen von Misshandlungen.

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