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Spannende Wahl

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

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Die Große Koalition in Schleswig-Holstein ist am Ende. Nun werde, seufzte ein Fernsehkommentator in der Annahme, der Kieler Landtag werde gleichzeitig mit dem Bundestag neu bestimmt, der Wahlkampf vielleicht doch noch ein wenig spannend.

Das ist genau die Perspektive, aus der viele – nicht nur öffentlich-rechtliche – Korrespondenten und Leitartikler die Politik beobachten: Bringt das Hauen und Stechen der Parteien wenigstens einen kleinen Kick in ihr kontrolliertes, abgesichertes Dasein? Politik wird reduziert auf Rummel und Radau. Inhalte? Die findet man beispielsweise, wenn die selben Leute – hoch dotierte Chefredakteure und Ressortchefs – in TV-Talks sitzen und darüber fachsimpeln, ob ein Langzeitarbeitsloser 20 Euro mehr oder weniger braucht oder ob es zu viel verlangt ist, wenn er zum Ein-Euro-Job vergattert wird. Das Honorar für eine Stunde derartiger Fernsehbelehrung ist oft höher als der Monatssatz des Hartz-IV-Betroffenen. Diese Leute bilden die öffentliche Meinung –– und haben gut reden. Ein bisschen Mehrwertsteuererhöhung könnten sie an ihrem Konto gar nicht ablesen. Da kommt Langeweile auf, durchbrochen höchstens vom Kursverlust des eigenen Anlagefonds. Wer sonst keine großen Sorgen hat, der freut sich natürlich auf eine »spannende Wahl«.

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