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Die Erde ist unser, alles haben wir bezwungen: Hitze, Kälte, Wüste, Ozeane. Alles haben wir besiegt: Raubtiere, Ungeziefer und Bazillen. Allem trotzen wir: Erdbeben, Wirbelstürmen und Tsunamis. Überall sind wir zugleich: In einer Zehntelsekunde saust unser Wort um die Erde, in 90 Minuten schaffen es die Satelliten, sie weisen uns den Weg hier unten, und wäre es der von Plattling nach Germersheim. Und zuverlässig rieselt der Schmutz chinesischer Kohlekraftwerke auf Kalifornien ebenso wie auf Spitzbergen nieder.

Diese Leistungen des Homo sapiens sind umso erstaunlicher, als die Menschheit, physikalisch betrachtet, immer noch eine Masse von winziger Größe ist. Käme ein rächender Gott auf die Idee, diese Menscheit noch einmal zu bestrafen, diesmal aber nicht mit einer Sintflut, sondern indem er sie komplett in einem See ersäufte, dem Bodensee zum Beispiel – die fast sieben Milliarden Ertrunkenen würden den Seespiegel natürlich heben. Aber nicht sehr viel: um höchstens 50 Zentimeter.

Angefangen hat alles doch bloß damit, dass vor ein paar Millionen Jahren – ein paar Minuten in der Erdgeschichte – ein paar hundert überdurchschnittlich schlaue Affen im Osten Afrikas den Aufschwung zu einer neuen Spezies schafften, einer mehr unter den Millionen Arten, die längst auf der Erde krabbelten; und dass diese Zweibeiner, ohne es ausdrücklich zu wollen, damit begannen, in alle Kontinente auszuschwärmen und sich die Erde untertan zu machen.

Vor rund 40 000 Jahren traten sie ihre Herrschaft über Europa an – erst vor gut 1000 Jahren nahmen sie Neuseeland in Besitz, die letzte bewohnbare Fläche des Planeten. Ein Novum in der Erdgeschichte hatten sie damit vollbracht: Keine andere biologische Art hat sich je in allen Zonen und Winkeln der Erde eingerichtet, in 50 Grad Hitze und 50 Grad Kälte; geschweige denn dabei alle anderen Lebewesen verdrängt, unterworfen oder ausgerottet.

Aus: Wolf Schneider: »Der Mensch. Eine Karriere« (Rowohlt, 494 S., geb., 19,90 €).

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