Werbung

Die Beichte

Ich habe sie geliebt von Zabou Breitman

  • Von Caroline M. Buck
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es ist fast, als solle zum Schaden auch noch der Spott kommen: Da wird eine junge Frau von ihrem Ehemann verlassen, der zu seiner Geliebten zog – und muss sich ausgerechnet von ihrem Schwiegervater erzählen lassen, dass er vielleicht gut daran tat. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, erklärt der sonst eher wortkarge Pierre (Daniel Auteuil), und erzählt seiner Schwiegertochter in einer langen Winternacht eine Parallelgeschichte aus seinem eigenen Leben, die anders ausging und noch tiefere Wunden hinterließ.

Zabou Breitmans Film heißt schlicht und einfach »Ich habe sie geliebt« wie die Romanvorlage der französischen Bestseller-Autorin Anna Gavalda. Ob Gavalda Schundromane schreibt, die ein Millionenpublikum erreichen, oder tiefgründige Literatur in Umgangssprache, ob sie ein überbewertetes Popsternchen des Literaturbetriebs ist, ein Fräuleinwunder à la française, oder ein herausragender Exponent moderner Literatur, ist unter Kritikern umstritten. Fest steht, dass sich ihre Bücher gut verkaufen und auch die Verfilmung von »Zusammen ist man weniger allein« auch dank der Mitwirkung von »Amélie«-Star Audrey Tautou nicht nur in Frankreich ein Renner war.

Dass Zabou Breitman, vor Jahren mit dem Demenz-Drama »Claire – Se souvenir des belles choses« in den deutschen Kinos, in erster Linie Schauspielerin ist – jüngst war sie als spätstudierende Mutter in der Familiengeschichte »C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben« zu sehen –, merkt man ihrer Darstellerführung an. Auteuil, sonst gern zwischen einer Mimik faltiger Melancholie und Gesten abweisender Introvertiertheit schwankend, spielt in dem langen Rückblick im Kern von Breitmans Film einen beschwingt verliebten Geschäftsmann, der drauf und dran ist, für die Geliebte (Marie-Josée Croze) die Familie über Bord zu werfen. Und es dann eben doch nicht tut.

Sobald der Film sich wieder seinem Auslöser zuwendet und die Schwiegertochter mit ihren nun allein zu erziehenden Töchtern konfrontiert, verliert er an Reiz. Die zentrale Montage wechselnder Hotelzimmer aber, in der Pierre an immer neuen Orten die Liebe seines Lebens trifft, lässt ihn ein paar Minuten lang vom Boden abheben.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen