Ökonomisches Paralleluniversum

  • Von Robert Kurz
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Auch das »Second Life« ist nicht beliebig, offen usw., sondern gehört dem geschlossenen System der Verwertungslogik an.

Die ideologisch und kulturell als »postmodern« sowie ökonomisch als »neoliberal« bezeichnete Epoche der Simulation geht ihrem schmählichen Ende entgegen. Ein spielerisches Verhalten zur Welt bricht sich an den harten materiellen Tatsachen. Auf der Ebene des fiktiven Kapitals hat der globale Finanzcrash bereits die verdrängte Wirklichkeit der substanziellen Kapitalverwertung unangenehm in Erinnerung gerufen. Dagegen scheint sich das technologische Paralleluniversum des Virtualismus, das vielfältige »Second Life« des Internet, eines munteren Daseins zu erfreuen. Von den 7 Milliarden Menschen sind gerade einmal 1,6 Milliarden »User«; die größte Population dieser Art stellt mit 298 Millionen China, was aber nur 22 Prozent der dortigen Bevölkerung ausmacht. In der globalen Öffentlichkeit nimmt die Debatte um das Internet einen überproportionalen Raum ein, als käme das reale Leben einer erdrückenden Mehrheit der Weltbevölkerung gar nicht meh...


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