Sehnsucht nach dem verlorenen Nass

In Berlin wurden vor zehn Jahren die Wasserbetriebe teilprivatisiert – ein Rückkauf scheint derzeit unmöglich

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Rekommunalisierung findet sich auf der politischen Agenda der Linkspartei ganz oben. In der Bundeshauptstadt sieht die derzeit einzige rot-rote Landesregierung indes kaum eine Chance, die vor zehn Jahren teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe (BWB) wieder in die öffentliche Hand zurück zu überführen. Zu wenig gesellschaftlichen Druck gibt es für das Vorhaben und zu geschickt haben sich die Privaten vertraglich abgesichert.

Unterschriftenübergabe 2008: Volksbegehren »Unser Wasser«

David Hachfeld hat sich richtig Gedanken gemacht. Nicht nur, dass der Politologe monatelang über seiner Diplomarbeit zum Thema Rückkauf der teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe (BWB) am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (FU) brütete. Darüber hinaus extrahierte er aus seiner Abschlussarbeit nämlich auch noch ein 35-seitiges Thesenpapier. Die Fragestellung: »Die Berliner Wasserbetriebe rekommunalisieren – aber wie?«

»Ich wollte mit dem Text erneut eine öffentliche Debatte anstoßen, deshalb habe ich das Papier an alle Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses sowie an weitere wichtige politische Entscheidungsträger wie den Wirtschaftssenator oder den Landesvorsitzenden der LINKEN geschickt«, erzählt Hachfeld. Das war im Mai 2008. Ein Feedback auf seine Thesen, wie man anhand von vier möglichen Strategien die Berliner Wasserbetriebe wieder vollständig in die öffentliche Hand rückübertr...

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