Lücken im Leben mit Hoffnung füllen

Lutz Rathenow und sein Gedichtband »Gelächter sortiert«

  • Von Chaim Noll
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Lutz Rathenow hat sich früh in einen zuweilen grimmigen Humor geflüchtet, um die Absurdität der ihn umgebenden Realität ertragen zu können. »Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet« oder »Zärtlich kreist die Faust« hießen seine frühen Gedichtbände. Vielen galt er daher als »satirischer Dichter«, als »Humorist«. Ich habe ihn nie dafür gehalten. Die verstörte Idylle ist Rathenows frühe Grundstimmung. Er betrachtet die Welt unter diesem Aspekt: Wie ist sie eigentlich angelegt, im großen Bild der Schöpfung, und was machen wir Menschen aus ihr.

Rathenow reflektiert die Welt in einem gesprungenen Spiegel. Auch sein neuer Gedichtband trägt einen Titel gelinder Camouflage: »Gelächter, sortiert«. In Wahrheit enthalten diese Bilder einer gestörten Welt kaum etwas zum Lachen. Je älter Rathenow wird, umso ernster wagt er zu werden. »Das Licht wechselt mit den Erfahrungen«, nennt er es selbst. Die Pointen verbirgt er weniger sorgfältig als früher...

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