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Plädoyer für CO2-armes Wachstum

Neues Buch des Umweltökonomen Nicholas Stern

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Die Menschheit wird nach der festen Überzeugung von Nicholas Stern aus der Bekämpfung des Klimawandels einen hohen Nutzen ziehen. Bei der Präsentation seines neuen Buches am Freitag in Berlin zeigte sich der bedeutende Ökonom von seiner besten Seite – als unbelehrbarer Optimist.

»Wir müssen den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen brechen«, sagt Lord Nicholas Stern. Wir brauchen Wachstum, insbesondere in Entwicklungsländern. Und gleichzeitig eine bessere Art zu leben, sagte der Brite mit deutschen Wurzeln – sein Vater, ein Sozialist, war 1938 vor den Nazis auf die Insel geflohen.

Der promovierte Volkswirt und Mathematiker ist Ökonom durch und durch. Was ihn aber deutlich vom Gros seiner Zunftkollegen unterscheidet, ist, dass er die Bedeutung des Kampfes gegen den Klimawandel nicht nur als Floskel benutzt, sondern in das Zentrum seiner Analysen stellt. Der ehemalige Chefökonom und Vizedirektor der Weltbank hatte im Jahr 2006 mit seinem von der britischen Regierung in Auftrag gegebenen »Stern-Report« für Wirbel gesorgt. Darin belegte der renommierte Ökonom mit harten Fakten, dass der Kampf gegen den Klimawandel nicht nur ökologisch, auch sondern wirtschaftlich geboten ist. Sofortige Maßnahmen zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes seien um ein Vielfaches preiswerter als die Beseitigung der dramatischen Folgeschäden eines »Weiter so«.

Sterns neues Buch ist quasi eine überarbeitete Kurzfassung des Reports für das breite Publikum. Es beinhaltet gleichzeitig eine Art »Blaupause« für ein Post-Kyoto-Abkommen. Die optimistische Botschaft des Buches: Die von Klimaforschern geforderte Reduktion der Treibhausgase in den Industrieländern um 80 Prozent bis 2050 ist nicht nur technologisch möglich und finanzierbar, sondern bietet sogar globale Wachstumschancen, höhere Energiesicherheit und könne mit der Armutsbekämpfung Hand in Hand gehen. Alles sei lediglich eine Frage des politischen Willens der Regierungen.

Der Einfluss Sterns ist nicht zu unterschätzen, denn er hat Zugang zum Establishment. Ganz ohne moralischen Zeigefinger erläutert er geradezu britisch zurückhaltend die Alternativen, die die Welt hat, und arbeitet einige klare Kernprinzipien heraus, auf die sich die Politik verständigen muss. Dabei erfindet er das Rad nicht neu, wenn er für ein CO2-armes Wachstum auf Basis erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Rückführung der Entwaldung plädiert.

Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber ist etwas skeptischer. Anders als der Ökonom ist er überzeugt, dass der Kampf gegen den Klimawandel »Elemente des Verzichts« beinhalten wird.

Bei Umweltaktivisten stößt Stern auf mehr Kritik, weil er nicht generell gegen den Ausbau der Atomenergie ist und die Speicherung von CO2 aus Kohlekraftwerken als Übergangstechnologie akzeptiert.

Nicholas Stern: Der Global Deal. Wie wir dem Klimawandel begegnen und ein neues Zeitalter von Wachstum und Wohlstand schaffen, C.H. Beck, München 2009, 287 S., 19,90 €.

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