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Präsident a. D.

Wladimir Woronin (68) lehnt den Kurs der Parlamentsmehrheit in Moldova ab

  • Von Detlef D. Pries
  • Lesedauer: 2 Min.

Entschieden lehne er den Weg ab, auf den die gegenwärtige Parlamentsmehrheit die Republik Moldova führen wolle. Deshalb werde er »in dieser für die Heimat und unsere Partei kritischen Stunde« nicht in der zweifelhaften Position eines geschäftsführenden Präsidenten verbleiben. Mit diesen Worten verabschiedete sich der Vorsitzende der Partei der Kommunisten Moldovas (PCRM), Wladimir Woronin, am Mittwoch aus dem höchsten Staatsamt.

Woronin war am 4. April 2001 erstmals zum Präsidenten gewählt worden. Zuvor hatte seine PCRM Parlamentswahlen mit großer Mehrheit gewonnen. Vier Jahre später wurde er im Amt bestätigt. Der studierte Nahrungsmittelingenieur, der Karriere im Partei- und Staatsapparat der Moldauischen SSR machte, 1989/90 Innenminister der Republik war und seit 1994 an der Spitze der PCRM steht, versprach bei seiner Wahl unter anderem die Beendigung des Konflikts mit der abtrünnigen Dnjestr-Republik. Woronin selbst stammt aus jenem Gebiet, in dem Russen und Ukrainer die Mehrheit bilden. Er selbst ist Moldauer, seinen Nachnamen verdankt er einem russischen Stiefvater. Der Konflikt jedoch ist bis heute nicht gelöst. 2003 lehnte Woronin nach westlicher Intervention und Protesten rumänisch-moldauischer Nationalisten einen russischen Lösungsvorschlag in letzter Minute ab.

Den prowestlichen Nationalisten war das nicht genug. Als Woronin in diesem Jahr kein drittes Mal für das Präsidentenamt kandidieren durfte, vereitelte die Opposition durch Parlamentsboykott die Wahl eines Nachfolgers. Seither amtierte Woronin nur noch geschäftsführend. Nach der zweiten Parlamentswahl in diesem Jahr verfügt eine Vierparteienkoalition »Für die europäische Integration« über die Mehrheit. Sie wählte am 28. August den Liberalen Mihai Ghimpu zum Parlamentschef. Ghimpu, dem durch Woronins Rücktritt auch die Rolle des kommissarischen Staatspräsidenten zufällt, gilt als Verfechter einer Vereinigung Moldovas mit Rumänien. Das ist der Weg, den Woronin »entschieden ablehnt«. Über 61 Abgeordnete, die einen ordentlichen Präsidenten wählen müssten, verfügt indes auch die neue Mehrheit nicht. Ihr Kandidat ist Marian Lupu – der erst im Sommer von der PCRM zur Opposition übergelaufen war...

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