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Über England in den siebenten Himmel

Die deutschen Fußballerinnen greifen heute im Finale nach dem siebenten EM-Titel

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Von Alexander Sarter (SID), Helsinki

Die Party in Helsinki ist geplant, der Empfang in Frankfurt am Main ist vorbereitet, das Männer-Nationalteam hat per Fax die besten Wünsche übermittelt: Ein Sieg über England soll den deutschen Frauen das Tor in den siebenten Fußball-Himmel öffnen. Die deutsche Auswahl will sich heute mit einem Sieg im EM-Finale gegen die Elf aus dem Fußball-Mutterland England zum siebenten Mal insgesamt und zum fünften Mal in Folge den kontinentalen Titel sichern.

»Wenn wir das spielen, was wir können, dann sind wir nur ganz schwer zu schlagen. Wir sind hier, um den Titel zu holen«, erklärte DFB-Trainerin Silvia Neid am Mittwoch vor rund 40 Journalisten und einem halben Dutzend Kamerateams bei der Abschlusspressekonferenz im Vorfeld des Endspiels im Olympiastadion von Helsinki.

Der Optimismus von Neid, die auf die zuletzt angeschlagene Spielmacherin Linda Bresonik (Kapselüberdehnung) zurückgreifen kann, kommt nicht von ungefähr. Ein Blick auf die Bilanz zeigt, dass die Engländerinnen in den Duellen mit dem zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameister bislang nie etwas zu bestellen hatten. In den bisherigen 18 Partien gab es 16 deutsche Siege und nur zwei Unentschieden.

Die deutsche Mannschaft, die vor vier Jahren ausgerechnet in England den vierten EM-Triumph in Folge feiern konnte, ist seit 25 EM-Spielen ungeschlagen und ging bei allen bisherigen sechs Finalteilnahmen als Sieger von Platz.

Neid weiß allerdings, dass eine gute Bilanz keine Garantie für den Titelgewinn ist. »Das ist alles Schnee von gestern«, sagte die 45-Jährige, die zum siebenten Mal als Spielerin, Co-Trainerin oder Cheftrainerin in einem EM-Finale steht. »Die Engländerinnen sind stark im Spiel nach vorn. Sie sind in der Abwehr robust. Die Tagesform wird entscheiden.« Spielführerin Birgit Prinz bestätigte: »Das wird ein hartes Stück Arbeit.«

Während die DFB-Auswahl mit fünf Siegen in fünf Partien ins Finale eingezogen ist, kamen die Engländerinnen nur als einer der beiden besten Gruppendritten in die K.o.-Runde und feierten dort knappe Erfolge gegen Gastgeber Finnland (3:2) und die Niederlande (2:1 nach Verlängerung).

Von der Leistungssteigerung der Engländerinnen im Laufe der EM wollen sich die selbstbewussten Deutschen, die ohne Abwehrchefin Ariane Hingst (Meniskus- und Knorpelschaden) auskommen müssen, aber nicht einschüchtern lassen. »Wir sind sehr gut aufgestellt«, sagte Celia Okoyino da Mbabi, die mit ihren Teamkolleginnen die bisher eingespielte EM-Prämie von 10 000 Euro pro Spielerin durch einen Finalsieg auf 12 000 Euro aufstocken kann.


Bisherige EM-Finals

Deutschland und England stehen im zehnten EM-Finale der Fußballerinnen. Nur bei der ersten Auflage wurde der Titelträger noch in Hin- und Rückspiel ermittelt:

1984 in Göteborg u. Luton: Schweden - England 1:0/4:3 i.E. - 0:1.
1987 in Oslo: Norwegen - Schweden 2:1 (1:0).
1989 in Osnabrück: Deutschland - Norwegen 4:1 (3:0).
1991 in Aalborg: Deutschland - Norwegen 3:1 n.V. (0:0,1:1).
1993 in Cesana: Norwegen - Itaien 1:0 (0:0).
1995 in Kaiserslautern: Deutschland - Schweden 3:2 (1:1).
1997 in Oslo: Deutschland - Italien 2:0 (1:0).
2001 in Ulm: Deutschland - Schweden 1:0 n.V. (0:0).
2005 in Blackburn: Deutschland - Norwegen 3:1 (2:1).
2009 in Helsinki: England - Deutschland.

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