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Vorm Einschalten erst abschalten

Das gestrige Kanzler-Duell, die Mediengesellschaft und der Traum, (einmal!) auf der sicheren Seite zu sein

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Großereignisse tendieren dazu, einander zu neutralisieren. Das ist der Schwebezustand einer Selbsterregungs-Gesellschaft, die alles, was geschieht, unter den Zwang stellt, Bisheriges zu übertreffen. Am Wochenende barg der Jackpot über zwanzig Millionen Euro, und das Kanzler-Duell hat stattgefunden. Die Ziehung der Lottozahlen und das große Los gezogen zu haben, Merkel und Steinmeier vis a vis zu erleben – was will der Zuschauer mehr?

Da sitzen eine Kanzlerin und der Vizekanzler jahrelang nebeneinander auf der Regierungsbank, aber plötzlich sprach die ARD vom »ersten Gefecht mit offenem Visier«. Russell Crowe, Hollywoods Gladiator, ließ grüßen. Aber es blieb nur deutscher Wahlkampf, und wohin dieser (und das öffentlich-rechtliche Fernsehen!) gekommen ist, verriet vor der Sendung eine TV-Werbespot-Frage von unsäglicher Wahrhaftigkeit: »Entscheidet dieses Duell die Wahl?«

Das ist sie, die vollzogene Übergabe der Demokratie an die Te...


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