• Politik
  • Die israelische Siedlungspolitik

»Die Soldaten kamen am Sonntagmorgen«

Durch Siedlungsbau und Zerstörungen werden Grenzen verschoben

  • Von Nissrine Messaoudi, Jerusalem
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ma'al Adumim, auf einem Hügel gelegen, ist die größte illegale Kolonie im Westjordanland. Rund 40 000 jüdische Bürger leben hier. Obwohl der Siedlungsblock mitten in der Wüste liegt, ist es rundum grün. Sprenganlagen bewässern die Wiesen. Es gibt Swimmingpools, Countryclubs, es ist ruhig. Wer hierher zieht, bekommt sogar Steuervergünstigungen.

ICAHD-Leiter Jeff Halper

»Ein idealer Ort, um Kinder aufzuziehen«, sagt Sarah Mechlowitz von ICAHD (The Israeli Committee Against House Demolitions). Die israelische Regierung mache es besonders jungen Familien sehr schmackhaft, hier zu leben. Durch weitere Siedlungen versuche Israel, nach und nach mehr Land zu annektieren. »Wenn US-Präsident Barack Obama sagt ›Ihr habt sechs Monate Zeit, um den Siedlungsbau zu stoppen‹, heißt das in der Realität: Ihr habt sechs Monate Zeit, um weiter zu bauen.«

Über Jahre habe Israel auf diese Weise Fakten geschaffen und die Palästinensergebiete völlig fragmentiert. Durch den Bau, durch Vertreibungen, durch Häuserzerstörungen wurden die Grenzen von 1967 »verschoben«, eine neue Wirklichkeit wurde geschaffen.

»Die Grüne Linie von '67 sieht nur 22 Prozent des Landes für Palästinenser vor und 78 Prozent für Israelis. Das haben die Araber akzeptiert, doch Israel will mehr«, meint Sarah. Die junge Amerikanerin ist zum...

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