Dieter Hanisch, Hamburg 21.09.2009 / Inland

Einheitsschule als Schimpfwort

In Hamburg traf sich die Gesellschaft für Gesamtschule unter dem Protest der Gesamtschulgegner

Gegensätzlicher konnte das Szenario am Samstag in Hamburg nicht sein: Auf der einen Seite demonstrierten in der Innenstadt rund 5000 Hanseaten gegen die Schulreformpläne des CDU/GAL-Senats, auf der anderen Seite traf sich zeitgleich die Gemeinnützige Gesellschaft für Gesamtschule (GGG) zu ihrer Bundesversammlung.

»Eine Schule für alle«, lautete die konsequente Forderung in der Max-Brauer-Schule, wo sich die Vertreter der Gesellschaft für Gesamtschule versammelt hatten. Wenig freundlich werden deren Bemühungen seit Jahrzehnten von den Kritikern als Pläne zur »Einheitsschule« gegeißelt. Dass man sich international ohne längeres gemeinsames Lernen selbst ins bildungspolitische Abseits befördert, dürfte inzwischen überall angekommen sein, denn dazu gibt es genügend Vergleichsstudien. Doch gerade die Proteste in Hamburg zeigen, dass im Gegensatz zur GGG, die stets betont, das Kind und der Jugendliche müssten im Mittelpunkt stehen, die Anhänger des mehrstufigen Schulsystems den »Elternwillen« in den Mittelpunkt rücken. Der Wandel zum zweigliederigen Schulsystem (Gymnasium und Stadtteilschule) wird noch akzeptiert, doch die Einführung der Primarschule (1. – 6. Schuljahr) sowie die Abkehr von der alleinigen Elternentscheidung beim Übergang auf das G-8-Gymnasium oder die Stadtteilschule führen besonders bei den besser betuchten Elternkreisen auf massiven Widerstand.

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