• Vor 60 Jahren: Gründung der DDR

Frauen in der Chemie

  • Von Christina Matte, Reporterin beim ND, porträtierte die drei Chemiearbeiterinnen
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

Lisa Kämpfer: Bestarbeiterin, drei Kinder

Dreizehn ist sie, als der Krieg vorbei ist, und sie hat Kummer: Gerade erst hat sie die Großmutter verloren, bei der sie aufgewachsen ist; die Mutter zeigt an ihr kaum Interesse. Lisa steht praktisch allein da. Gern würde sie Verkäuferin werden, aber »Eine« aus solchen Verhältnissen will keiner. Das Arbeitsamt schickt sie zum Bauern, zum Kartoffelnlesen und Rübenverziehen. Kein Wunder, dass sie, als sie sich verliebt, Hals über Kopf einem jungen Mann folgt, nach Lutherstadt Wittenberg an der Elbe. Niemand hat Lisa aufgeklärt, so bringt sie 1953 ihr erstes Kind zur Welt, eine Tochter. Der frischgebackene Vater macht sich aus dem Staub. 1955 und 1961 werden ihre Söhne geboren, auch deren Vater lässt sie sitzen. Lisa hat kein Glück mit Männern.

Aber ein bisschen Glück hat sie doch. Nach der Geburt ihrer Tochter findet sie Arbeit im VEB Haushaltschemie Wittenberg, der wenig später VEB Wittol heißen...


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