Werbung

Bayerns Landtag will Aufklärung über Todesschüsse

Neues Gutachten: Regensburger Polizist feuerte auf Studenten, obwohl dieser bereits schwerst verletzt war

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

München (dpa/ND). Der bayerische Landtag fordert parteiübergreifend Aufklärung über die tödlichen Polizeischüsse auf den Regensburger Musikstudenten Tennessee Eisenberg. CSU und FDP schlossen sich am Mittwoch im Innenausschuss der Forderung der Opposition nach einem neuen Bericht des Innenministeriums an.

Anlass ist ein neues Gutachten, das die Familie des erschossenen Studenten in Auftrag gab. Demnach feuerte ein Regensburger Polizist die tödlichen Schüsse auf Eisenberg ab, obwohl das Opfer bereits durch mehrere Kugeln schwerst verletzt war. Diese Version weicht vom offiziellen Gutachten der Staatsanwaltschaft ab. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte von Notwehr gesprochen. »Das sind krasse Widersprüche«, so die Grünen-Abgeordnete Susanna Tausendfreund. »Es gibt Zweifel an der Theorie, dass hier eine Notwehrsituation vorlag.«

Die SPD verlangte einen schnellen Abschluss der Ermittlungen. »Der Druck ist enorm und es ist grausam für die Angehörigen, wenn sie das richtige Ende nicht kennen«, sagte die SPD-Abgeordnete Margit Wild. Außerdem solle der Freistaat die Kosten des Gutachtens übernehmen. Das Innenministerium betonte, die Staatsanwaltschaft habe ihren Sachverständigen bereits um eine neue Stellungnahme gebeten. Zudem sei auch die Familie um schriftliche Stellungnahme gebeten worden, die jedoch laut Ministeriumangaben noch nicht vorliegt. Die FDP warnte vor voreiligen Schlüssen – auch an die Adresse von Herrmann gerichtet: »Ob hier Notwehr oder Nothilfe vorlag, kann man nicht am grünen Tisch entscheiden«, sagte der FDP-Innenexperte Andreas Fischer.

Eisenberg hatte im April einen Mitbewohner mit einem Messer bedroht. Der Mann konnte flüchten und die Polizei alarmieren. Als die Beamte auf den immer noch mit dem Messer bewaffneten Eisenberg trafen, eskalierte die Situation. Eisenberg starb kurz nach den Schüssen in einer Klinik.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen